Do., 26.10.2017

Offenes Atelier Ein faszinierendes Multitalent

Rüdiger Schwahn wurde 1951 in Fürstenau geboren. Seit zwei Jahren lebt der Künstler mit seiner Lebensgefährtin Heike Vogl am Kolingweg 16 in Laer. Dort fühlt sich der 66-Jährige sehr wohl, wie er sagt.

Rüdiger Schwahn wurde 1951 in Fürstenau geboren. Seit zwei Jahren lebt der Künstler mit seiner Lebensgefährtin Heike Vogl am Kolpingweg 16 in Laer. Dort fühlt sich der 66-Jährige sehr wohl, wie er sagt. Foto: Sabine Niestert

Laer - 

Künstler Rüdiger Schwahn lädt alle interessierten Bürger am kommenden Wochenende in seine Kunstwerkstatt am Kolpingweg 16 (gegenüber der Grundschule) ein. Am Samstag (28. Oktober) und Sonntag (29. Oktober) ist das Ateilier „SchahnArt“ jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Dort gibt es die vielfältigsten Werke zu sehen. Auch die Einrichtung des Hauses ist sehenswert.

Von Sabine Niestert

Gegen neugierige Blicke hat er nichts. Ganz im Gegenteil. Rüdiger Schwahn zeigt sein Zuhause, das er sich mit seiner Lebensgefährtin Heike Vogl teilt, gerne. Dieses befindet sich am Kolpingweg 16 gegenüber der Werner-Rolevinck-Schule in Laer. Dort lebt der Künstler, der 1951 in Fürstenau geboren ist, seit zwei Jahren.

Auf dem Land gefällt es ihm richtig gut, erzählt der ganz in schwarz gekleidete Mann mit Pferdeschwanz, Schnäuzer, Ziegenbart, Nickelbrille und Ohrring mit einem Lächeln im Gesicht, das ansteckend ist. Nicht zu glauben, dass der Vater zweier Söhne und Opa zweier Enkel 66 Jahre alt ist. Vielmehr wirkt der gelernte Schornsteinfeger („Das war in einem anderen Leben“) wie ein jung bebliebener Rockmusiker, was gar nicht so abwegig ist, denn er trommelt auch gerne. Doch deswegen hat er die Zeitungsfrau nicht in sein Atelier eingeladen.

Vielmehr möchte Schwahn der Öffentlichkeit zeigen, wie er lebt und arbeitet. Und das ist schon recht ungewöhnlich und faszinierend zugleich. So verwunschen wie der Garten wirkt auch das ganze Haus, das das Paar von einem Laerer Bürger gemietet hat. Der war zum Glück so tolerant, dass er die beiden bei der Renovierung hat machen lassen.

„Wir haben alles geöffnet“, erinnert sich Rüdiger Schwahn an die Sanierungs- und Umbauarbeiten. So richtig abgeschlossen seien die noch immer nicht, würden sie wohl auch nie, schmunzelt der Sammler und Tüftler, der aus allem was machen kann.

Ob Pappe, Papier, Strandgut oder andere Fundsachen, die verschiedensten Materialien regen seine Fantasie an und lassen ihn wunderbare Werke schaffen. Diese sind auf den insgesamt 150 Quadratmetern Wohnfläche in verschiedenen Räumen verteilt. Jeder von ihnen ist urgemütlich und mit antiken Möbeln individuell ausgestattet.

„Ich war mal ganz minimalistisch schwarz und im Bauhausstil eingerichtet“, scheint sich der Künstler über seine eigene Gratwanderung zu wundern. Doch Wünsche und Vorstellungen müssten gelebt werden. In diesem Umfeld fühle er sich einfach wohl, auch wenn es beim Staubsaugen ziemlich lästig sei, räumt der Wahl-Laerer ein, dass das Hin- und Herräumen der zahlreichen Gegenstände und Dekoartikel schon mal nerven kann.

Keine Frage, Rüdiger Schwahn hat eine kreative Ader, die weit über das Malen hinausgeht. So schlüpfen seine Lebensgefährtin und er auch gerne mal in Rittergewänder, die das Multitalent selbst genäht hat. Das Handwerk mit Nadeln und Zwirn habe er seinem Großvater und Vater abgeschaut, die als Schneider gearbeitet haben. „Ich bin praktisch in ihrer Werkstatt aufgewachsen“, erinnert sich der 66-Jährige an seine Kindheit. Seine Mutter und sein Bruder hätten gemalt, aber wenig aus ihrer Begabung gemacht.

Ein sehr guter Kunstlehrer habe ihn zum Malen motiviert. In seiner ersten Ehe als junger Mann habe er beispielsweise die Bilder für die Wände des trauten Heims selbst gemalt. „Das hatte schon einen gewissen Reiz“, meint er im Nachhinein.

Seine späteren Arbeiten zieren das neue Domizil im Ewaldidorf. Im Wohn- und Arbeitszimmer hängen beispielsweise großformatige Körper- und Menschendarstellungen.

„Die Werke, nicht nur in der Malerei, sind Reflex­ionen meiner Gefühls- und Erlebniswelt“, erklärt der Künstler, dessen Gefühl entscheidet, ob es sich um gute oder schlechte Kunst handelt. „Wenn es mein Inneres anrührt, ist es gute Kunst“, steht Schwahn dazu, dass er ein Gefühlsmensch ist, was auch gut zu seinem Sternzeichen Stier passt, der schöne Dinge liebt.



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