Fr., 10.11.2017

Stumme Zeugen „Wunderbares Weihnachtsgeschenk“

Während eines Pressetermins im Laerer Pfarrzentrum haben der ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bernhard Rosing, Pfarrer Andreas Ullrich, Mediengestalterin Petra Wedeking, Marianne Holstein vom Öffentlichkeitsausschuss der Pfarrgemeinde, Engelbert Thünte vom Heimatverein sowie die Autoren Klaus Bingel und Christian Himker (v.l.) das Buch „Kreuze, Wegebilder und Denkmäler“ präsentiert.

Während eines Pressetermins im Laerer Pfarrzentrum haben der ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Bernhard Rosing, Pfarrer Andreas Ullrich, Mediengestalterin Petra Wedeking, Marianne Holstein vom Öffentlichkeitsausschuss der Pfarrgemeinde, Engelbert Thünte vom Heimatverein sowie die Autoren Klaus Bingel und Christian Himker (v.l.) das Buch „Kreuze, Wegebilder und Denkmäler“ p räsentiert.

Laer/Holthausen - 

Sie gelten als Wegmarken des Glaubens, Zeugen christlicher Vergangenheit und Stätten persönlicher Andacht. Gemeint sind die Wegekreuze, Heiligenhäuschen und Kapellen. Wie verschieden diese in der Darstellung ihrer Motive, ihrer künstlerischen Eigenart, in Alter, Material und Größe sind, zeigt das Buch, das der Öffentlichkeitsausschuss der Pfarrgemeinde Heilige Brüder Ewaldi Laer/Holthausen-Beer­lage und der Heimatverein Laer unter dem Titel „Kreuze, Wegebilder und Denkmäler“ jetzt herausgegeben haben.

Von Sabine Niestert

Über 100 Seiten umfasst die Dokumentation über die Glaubenszeugnisse, die im gesamten Gemeindegebiet verstreut sind. Denen in Laer sowie den Bauerschaften Vowinkel, Altenburg und der Aabauerschaft hat sich Autor Klaus Bingel angenommen. Als Versicherungsmitarbeiter im Außendienst hat der 50-Jährige beruflich zwar nichts mit der Materie zu tun, doch als Heimatfreund interessiert ihn die Geschichte des Ewaldidorfes.

Bei seinen Spaziergängen mit dem Hund kommt er oft durch die nahe Vowinkel-Bauerschaft am „Jupp“ bei Schwermann sowie an den Kreuzen bei Schulze-Pröbsting und Kottmann vorbei. Dabei fiel ihm ein Preisausschreiben ein, das 1983 in einem Pfarrbrief stand. Dabei sollten 20 Stationen mit dem Fahrrad angesteuert und Fragen beantwortet werden.

„Ich habe damals daran teilgenommen und mich gefragt, was wohl aus all diesen Wegebildern geworden ist“, begründet Klaus Bingel seine Recherche, bei der er auf ein Buch von Rudolf Breuing mit dem Titel „Barocke Wegebilder und Kapellen im Kreis Steinfurt“ aus dem Jahr 1984 gestoßen ist. Im Laerer Kapitel fand der Autor einen Literaturhinweis auf das handschriftliche Werk mit dem Titel „Kreuze und Bildstöcke in meinem Heimatdorf Laer“, das Susanne Rudeloff 1964 im Rahmen einer Schularbeit an der Laerer Volksschule unter Aufsicht des Lehrers Hermann Völker anfertigte. Während die Schülerin den Text schrieb, lieferte der längst verstorbene langjährige Vorsitzende des Heimatvereins die Bilder dazu. 27 Stationen wurden in diesem Werk detailliert beschrieben und fotografisch festgehalten.

„Mit Hilfe des Internets konnte ich Frau Rudeloff in Lingen ausfindig machen und sie im vergangenen Jahr auch besuchen“, berichtet Bingel, der die Hausarbeit im Original als Leihgabe bekam. So wurde die Idee zu einem kleinen Buch, quasi als aktualisierte Neuauflage mit alten und neuen Bildern geboren. Durch einen Zeitungsartikel in den WN von 2012 erfuhr er, dass die katholische Pfarrgemeinde in einer Umfrage alle bekannten Besitzer von Kreuzen und Bildstöcken angeschrieben hatte, weil diese ebenfalls die Herausgabe eines Bildbandes plante.

Die Kontakte zur Initiatorin Marianne Holstein und ihrem Team waren dann schnell geknüpft. Bei mehreren Treffen im Beisein des Heimatvereinsvorstandes war man sich einig, ein Buch über alle Wegebilder und Denkmäler zu erstellen.

Während sein Part der Laerer Teil gewesen ist, hat sich Christian Himker den Stationen in Holthausen und auf der Beerlage mit den Bauerschaften Temming, Esking und der Dorfbauerschaft angenommen. Wie sein Co-Autor zeigt sich der 44-jährige Groß- und Einzelhandelskaufmann begeistert von den vielfältigen Geschichten, die die Wegebilder erzählen. Während Bingel und Himker die Texte und gemeinsam mit Alfons Bücker die Fotos erstellt haben, hat der Heimatverein aus seinem Archiv die alten Aufnahmen beigesteuert.

Wie fruchtbar die Zusammenarbeit des Öffentlichkeitsausschusses und des Heimatvereins war, zeigt sich während der Buchpräsentation im Pfarrheim, an der unter anderem auch Pfarrer Andreas Ullrich, der eines der Vorworte geschrieben hat, und Petra Wedeking teilnehmen. Die Mediengestalterin von „Percepto“ hat die Dokumentation gestaltet. Als Beispiel und Vorlage hat ihr dabei ein Buch über die Kreuze und Wegebilder in Warendorf gedient. „Mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht“ erzählt sie.

„Ein wunderbares Weihnachtsgeschenk“, meinen die Macher, die das Buch jedem Laerer ans Herz legen. Für 15 Euro ist es bei den örtlichen Geldinstituten, im Buchladen Kuse, beim Heimatverein im Haus Rollier und im Backshop in Holthausen ab sofort erhältlich. In einer Auflage von zunächst 200 Exemplaren herausgegeben, kann bei höherem Bedarf auch nachgeordert werden.



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