Mi., 13.01.2016

Die Ludolfs Jeder macht sein Ding

Ein Team unter vier Mützen: Peter Ludolf (r.) mit seinem Patenkind Leon und dessen Eltern Nadine „Naddel“ und Dirk „Monzaguhru“ Lating

Ein Team unter Pudelmützen: Peter Ludolf (r.) mit seinem Patenkind Leon und dessen Eltern Nadine „Naddel“ und Dirk „Monzaguhru“ Lating Foto: Team Peter Ludolf

Metelen - 

Peter Ludolf, der Metelen zu seiner Wahlheimat erkoren hat und oft zu Gast ist bei „Monzaguhru“ Dirk Lating und dessen Familie, kritisiert die neue Staffel der Ludolfs, die jetzt auf Kabel eins ausgestrahlt wurde. Mit den ursprünglichen Erfolgsserie habe diese nicht mehr viel gemein

Von Dieter Huge sive Huwe

Eigentlich wollte er sich die neue Staffel gar nicht anschauen, dann setzte er sich im Metelener Wohnzimmer von „Monzaguhru“ Dirk Lating doch noch vor den Fernseher. Peter Ludolf, TV-bekannter Schrotthändler, zeigt sich nicht gerade begeistert von der jüngsten Staffel der Fernseh-Doku über die Schrottplatz-Brüder, die am Sonntagabend auf Kabel eins zu sehen war. Sein Urteil fällt indes gnädig aus: „Die machen ihr Ding, ich und mein Team meines.“

Der kauzige 60-Jährige hält unerschütterlich an der Familie fest. Auch wenn seine Brüder Uwe und Manni, mit denen zusammen er einst Millionen an den Fernsehern und tausende Fans begeisterte, eigene Wege gehen – ohne ihn, dafür aber mit Uwes Sohn Thommy. Sie bilden das neue Ludolf-Dreigestirn, das für Peter aber mit der legendären Sippe von der Dernbacher Autoverwertung nichts mehr gemein hat.

„Da ist doch alles gestellt“

Am Küchentisch der ehemaligen Tankstelle an der Wettringener Straße schimmert dann doch ein wenig Enttäuschung durch. „Nein, die Ludolfs sind nicht zurück. Was da gezeigt wird, ist eine ganz andere Serie. Da ist doch alles gestellt“, lautet sein Urteil. Authentisch seien die Ludolfs hingegen gewesen, als sie im Quartett – damals lebte Günther noch – auf dem Autofriedhof im Westerwald gemeinsam gearbeitet hätten.

Die Sendung habe zudem von der Verwertung von Autoteilen gelebt. „Mein Vater hatte doch schon in den 50er Jahren angefangen damit, im Ruhrgebiet. So etwas wie in Dernbach lässt sich doch nicht in ein paar Monaten aufbauen“, schaut Peter Ludolf auf den Startversuch seiner Brüder, der aktuell im TV zu verfolgen ist. Nachtragend wirkt der einst Fülligste aus dem Schrottplatz-Quartett dennoch nicht: „Ich hoffe, dass sich die Sendung entwickelt, denn ich habe meine Geschwister doch lieb.“

Erstaunliche Aussagen angesichts der weitgehenden Funkstille zwischen den Brüdern. Zuletzt habe er kurz vor Weihnachten mit Manni telefoniert, berichtet Peter Ludolf von den spärlichen Kontakten der Brüder, die einst durch dick und dünn gingen.

Fotostrecke: Die Ludolfs - Das Schrottimperium kehrt zurück

Dass der Wahl-Metelener seinen inneren Frieden mit dem Zerwürfnis gemacht hat, lässt sich am besten an seiner Statur ablesen. Die allermeisten Zuschauer kennen ihn noch als das Drei-Zentner-Schwergewicht mit dem Fabel-Gedächtnis für Autoteile, die er zielgenau aus den großen Ersatzteilbergen der Lagerhalle herausfischte.

Nicht mehr wiederzuerkennen

Dirk und Nadine Lating aus Metelen nahmen sich ihres extrem abgemagerten Freundes an, holten ihn nach Metelen, trösteten ihn, gaben Zuspruch, brachten ihn auf andere Gedanken. Erst der Tod von Bruder Günter, danach die Trennung der drei Brüder – das alles hatte sich Peter so sehr zu Herzen genommen, dass er nicht mehr wiederzuerkennen war.

Doch spätestens, als die beiden Metelener ihren Gast aus dem Westerwald zum Patenonkel des kleinen Leon machten, ging es mit Peter Ludolf wieder bergauf. „Das kann man an meiner Statur sehen“, streichelt sich Ludolf über den Bauch. Der sitzt mittlerweile wieder recht stramm in der unvermeidlichen Latzhose, und auch die eingefallenen Wangen sind Schnee von gestern. Zwar kann der 60-Jährige nicht mit seinem pausbäckigen Patenkind konkurrieren, aber das fröhliche Grinsen zwischen dem Zauselbart und der Langhaar-Frisur unter der bekannten Bommelmütze lassen gemeinsam mit der unnachahmlichen Stimme Erinnerungen an die Ludolfs wach werden.

Peter Ludolf live erleben

Denjenigen, die sich nach Peters Herzlichkeit und seinen offenherzigen Sprüchen sehnen, macht das „Team Peter Ludolf“ das Angebot, die TV-Legende live kennenzulernen. „Peter Ludolf live erleben ist möglich“, sagt Dirk Lating, der per E-Mail dirk@monzaguhru.de den Kontakt herstellt.

„Wir waren in den vergangenen Monaten schon bei etlichen Veranstaltungen“, blickt Lating zurück und schaut jetzt nach vorne auf den Karneval. In Ahaus soll der Flower-Power-Bulli der Ludolfs, der seinen neuen Standort auf der ehemaligen Tanke an der Wettringener Straße gefunden hat, im Umzug mitfahren. Peter Ludolf will Karneval live kennenlernen.

Für die Metelener gehört der Prominente längst zum Alltag. Wenn Ludolf stolz sein Patenkind Leon im Kinderwagen durch den Ort schiebt, ahnt man, warum er sich hier so wohl fühlt.

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