Mo., 15.02.2016

Winterfütterung Kinder und Eltern werden beim Kursus „Leckereien für Vögel“ kreativ

So geht es richtig: Karin Krampe, Erzieherin und angehende Fachkraft für Naturpädagogik zeigt Kindern ein Gemisch aus Fett und Streufutter. Später bastelten die Mädchen und Jungen daraus Leckereien für Wildvögel.

So geht es richtig: Karin Krampe, Erzieherin und angehende Fachkraft für Naturpädagogik zeigt Kindern ein Gemisch aus Fett und Streufutter. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Das Thema „Winterfütterung von Wildvögeln“ stand am Freitag auf dem Programm in der Kita St. Josef. Zahlreiche Kinder und Eltern wurden beim basteln von Leckereien für Vögel richtig kreativ.

Von Dorothee Zimmer

Richtig darben muss die heimische Vogelwelt derzeit nicht: Die Temperaturen sind so, dass die kleinen Gefiederten mit dem Schnabel in den Boden stechen können wie ein Messer in weiche Butter. Möglicherweise ändert sich das aber schon bald. „In der nächsten Woche soll es ja deutlich kälter werden“, sagt Nico Tietmeyer am Freitag in der Kindertageseinrichtung St. Josef.

Er sitzt mit seinen beiden Kindern Moritz und Lena am Tisch und lässt sich in der Gesellschaft von rund zehn weiteren Kindern und deren Eltern von Erzieherin Karin Krampe erklären, wie man „Leckereien für Vögel“ herstellt. Die Teilnehmer haben Birkenstöcke mitgebracht und große Tüten mit Erdnüssen, an deren eigenem Genuss der kleine Moritz zeitweise mehr Gefallen findet als an der Beteiligung an der von Vater und Schwester emsig betriebenen Herstellung eines Vogelmenüs.

Leonard ist sechs. Er macht sich mit seiner dreijährigen Schwester Helena und seiner Mutter an die Arbeit. Helena bekommt von ihm eine Prickelnadel in die Hand gedrückt, dazu die Anweisung, in die Schale der Erdnüsse zwei Löcher zu piksen. So können die von den Piepmätzen geschätzten Appetithäppchen ähnlich wie bei einer Perlenkette auf eine Schnur gefädelt werden. Zuhause, erzählt Leonard, hat die Familie ein Vogelhäuschen im Garten. „Da legen wir Körner rein, und manchmal auch Obst und Rosinen.“ Das gehört vermutlich schon zur gehobenen Vogelgastronomie. Welche Art fliegt denn besonders auf dieses Angebot? „Zu uns kommen viele Finken, Kohl- und Blaumeisen. Meine Mama findet Rotkehlchen am schönsten, aber die sieht man nicht so oft“, zählt Leonard mit Hilfe seiner Mutter die Artenvielfalt auf.

Der Hunger treibt auch bei den Wildvögeln längst nicht mehr alles hinein – wer die Auswahl hat, entwickelt sich auch als rangniedriges Tier in der Nahrungskette schnell zu einem Esser mit Anspruch. „Sonnenblumenkerne kommen gut an, Fettfutter wird eher verschmäht“, meint Jana Schlüter, Mutter von Julian (4). Und ja, die Vögel seien schon ein wenig verwöhnt. „Aber ihnen beim Picken zuzuschauen, das ist schon großes Kino“, beschreibt Schlüter ein für die Familie täglich aufs Neue faszinierendes Schauspiel.

Das finden auch Thorsten und Lasse Wellermann. Der Vater und sein vierjähriger Sohn betrachten zufrieden ein fertiggestelltes Holzstück, an dem sich Erdnuss an Erdnuss reihen. Mit Schale, versteht sich. „Die aufzuknacken, ist für die Vögel kein Problem.“

Karin Krampe, die im Rahmen einer Zusatzausbildung zur Fachkraft für Naturpädagogik den Kursus gestaltet, hält den Kindern eine Schüssel mit einer Mischung aus Streufutter sowie zunächst geschmolzenem und mittlerweile wieder halbfest gewordenem Palminfett hin. Daraus formen die Kinder kleine Knödel, die nach dem Festwerden im Kühlschrank mit Verpackungsnetzen von Kartoffeln oder Apfelsinen umhüllt werden. Man könnte jetzt sagen, das sind Meisenknödel, Thorsten Wellermann dagegen meint: „Die sehen aus wie Vogelfrikadellen.“

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