Do., 25.02.2016

Flüchtlinge „Viele Dinge laufen schon sehr gut“

Metelen - 

Auf dem richtigen Weg ist die Gemeinde Metelen mit Blick auf die Integration der Asylsuchenden. Dies ist das Ergebnis eines erneuten Runden Tisches im Amtshaus. Während des Treffens wurden ferner neue Ideen und Initiativen für die Flüchtlingshilfe vorgestellt.

Von Irmgard Tappe

In Metelen leben zurzeit rund 140 Flüchtlinge. „Nach den Vorgaben des Kreises Steinfurt könnte bis zum Jahresende 2016 möglicherweise mit einer Verdoppelung gerechnet werden. Das haben wir in unserem Haushaltsplan bereits berücksichtigt“, teilte Bürgermeister Gregor Krabbe am Dienstagabend den Metelenern mit, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Im Alten Amtshaus hatten sie sich zum Gedankenaustausch am „Runden Tisch“ versammelt.

Gäste waren Jenny Heine vom Verein „Miteinander Ochtrup“ und Annika Koke vom Gemeindecaritasverband. Heine sprach kurz über die Flüchtlingsarbeit in Metelens Nachbarkommune, und Koke stellte eine Schulungsreihe für Leute vor, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. „Einführung in interkulturelles Lernen“, „Wie funktioniert das Asylrecht?“ und ähnliche Themen werden in diesem vom Bistum Münster geförderten Projekt vermittelt.

In der Gesprächsrunde wurde deutlich, dass viele Metelener Bürger den Flüchtlingen zur Seite stehen. Allein in der Kleiderkammer der Kolpingfamilie sind 35 Leute aktiv, wie der Kolping-Vorsitzende Franz-Josef Wiechers mitteilte. Außerdem sei die Spendenbereitschaft sehr groß. „Es ist allerdings schwierig, die Sachen gerecht zu verteilen. Man kann schlecht nachvollziehen, wer schon bedacht wurde“, zeichnete Wiechers ein Problem auf.

Schwerpunktthema am Runden Tisch war die Sprachförderung. Und da hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. „Die Teilnehmer werden jetzt bei der Anmeldung je nach Sprachniveau in differenzierte Gruppen eingeteilt“, schilderte Werner Bever das neue Konzept in den von der KAB angebotenen Kursen. „Es lief perfekt. Ich bin überzeugt, dass sowohl die Anfänger als auch die Fortgeschrittenen davon profitieren“, berichtete Barbara Klisa von ihrer ersten Unterrichtsstunde nach dem neuen Verfahren.

Die Teilnehmer der Runde diskutierten auch über die jungen Mütter unter den Flüchtlingen, die gewiss so sprachbegabt und motiviert seien, wie ihre Männer. Doch ihnen fehle die Zeit für Sprachkurse. Im DRK-Familienzentrum habe man offene Ohren für dieses Problem gezeigt, schilderte Gregor Hinkelammert seine Erfahrungen. Ergänzend zu den KAB-Kursen unterrichten er und einige Mitstreiter deshalb Flüchtlingsfrauen in den Räumen des DRK-Familienzentrums. „Die Kinder werden während der Zeit betreut, und die Mütter können sich unbeschwert dem Sprachunterricht widmen“, freute sich Hinkelammert über die gute Kooperation mit den Erzieherinnen.

In Metelen leben auch etliche jugendliche Flüchtlinge in einer Unterkunft an der Neustraße, wo sie von Terra Nova betreut werden. „Wir möchten dieser Gruppe Deutschkurse zu Hause bieten. Daher suchen wir noch Leute, die sie unterrichten“, stellte Bever heraus. Freiwillige Helfer sucht er außerdem für das „Kulturcafé International“, das die KAB im Pfarrzentrum Oase plant. „Es soll ein lockeres Treffen sein, bei dem Metelener Bürger und Flüchtlinge die Möglichkeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen“, skizzierte Bever diesen weiteren Baustein zur Integration von Flüchtlingen.

„Viele Dinge laufen ja schon sehr gut bei uns“, freute sich Krabbe und kündigte an, dass sich der nächsten Runde Tisch schwerpunktmäßig mit den Themen „Arbeit, Beschäftigung und Praktika für Flüchtlinge“ befasst.



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