Mi., 09.03.2016

Flüchtlinge Kompletter Neubau ist eine Option

Schnell montiert sind die weitgehend vorgefertigten Unterkünfte der Firma FH Fertigbau aus Lienen, hier am Standort Werthmühle in Ibbenbüren. Nach dem Aufbau präsentieren sie sich in einem einheitlichen Bild.

Schnell montiert sind die weitgehend vorgefertigten Unterkünfte der Firma FH Fertigbau aus Lienen, hier am Standort Werthmühle in Ibbenbüren. Nach dem Aufbau präsentieren sie sich in einem einheitlichen Bild. Foto: IVZ/Peter Henrichmann

Metelen - 

Etwa 45 freie Plätze für die Unterbringung von Asylsuchenden gibt es derzeit in Metelen – in Häusern der Gemeinde oder angemieteten Wohnungen. Um für die erwarteten Flüchtlinge gerüstet zu sein, bereitet sich die Kommune als Option auf den Bau eines Flüchtlingsheims vor. 

Von Dieter Huge sive Huwe

Zehn Orte gibt es derzeit in Metelen, an denen Asylsuchende wohnen. Möglichst dezentral will man die Flüchtlinge unterbringen – das ist der Ansatz, den die Gemeinde verfolgt. Doch wo sollen weitere Flüchtlinge, von deren Zuweisung die Verwaltung auch für dieses Jahr ausgeht, leben? Was geschieht, wenn der Puffer von aktuell rund 45 freien Plätzen nicht mehr greift? Die Kommune bereitet sich vor: Der Vertriebsleiter eines Holzbauunternehmens war deshalb kürzlich Gast im Bauausschuss der Gemeinde und stellte das Konzept seiner Firma für die Unterbringung von Flüchtlingen vor.

Sven Kirchner von der FH Fertigbau GmbH mit Sitz in Lienen präsentierte Angebote für den Bau eines zweigeschossigen Gebäudes in Holzrahmenbauweise. Wie so etwas aussehen kann, ist an einer Unterkunft zu sehen, die am Rande der Innenstadt von Ibbenbüren aufgestellt wurde – allerdings in eingeschossiger Bauweise.

Drei Einheiten in den Abmessungen von jeweils 10,50 mal 15 Meter für die Unterbringung von je bis zu 20 Personen wurden in der Bergbaustadt im Vorjahr aufgestellt. Sie beinhalten Schlaf- und Wohnräume sowie Küchen und Sanitärräume. Unterteilt sind die Gebäude in jeweils vier Wohneinheiten. In zweigeschossiger Ausführung schaffen die Unterkünfte Platz für bis zu 40 Bewohner.

Nach Angaben des Unternehmens werden die Wand-, Decken- und Bodenelemente der Gebäude weitgehend am Firmensitz in Lienen vorgefertigt. Nur etwa drei Tage dauere dies. Errichtet werden könne die reine Holzkonstruktion ebenfalls innerhalb von wenigen Tagen. Streifenfundamente genügten für die Aufstellung, heißt es in einer Eigendarstellung des Anbieters. FH Fertigbau beschreibt die Vorteile seines Systems: „Da alle Gebäude baugleich sind, senken hohe Stückzahlen die Baukosten und identische Bauabläufe verkürzen die Bauzeit.“

Die Kosten im Blick haben natürlich die beauftragenden Kommunen. Auch in Metelen wird neben dem Ankauf und der Anmietung weiterer Immobilien über die Möglichkeit des Neubaus einer Flüchtlingsunterkunft nachgedacht. Ob dies letztlich auf eine schnelle Lösung in Holzrahmen-Bauweise hinaus läuft, wie sie jetzt von dem Lienener Unternehmen vorstellt wurde, ist noch offen. Ebenso unklar ist entsprechend auch der Standort für eine derartige Unterkunft – wird sie nun eingeschossig oder zweigeschossig errichtet.



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