Do., 10.03.2016

Grundschule Trommeln wie in Afrika

Leila aus der 3 b gibt den Takt vor und knapp 280 Mitschüler machen es ihr nach. Beim großen Abschluss-Konzert des Trommel-Workshops für die Drittklässler bewiesen die Grundschüler Taktgefühl.

Leila aus der 3 b gibt den Takt vor und knapp 280 Mitschüler machen es ihr nach. Beim großen Abschluss-Konzert des Trommel-Workshops für die Drittklässler bewiesen die Grundschüler Taktgefühl. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Auf eine musikalische Reise zum südlichen Kontinent begaben sich gestern sämtliche 280 Grundschüler der Vechtegemeinde. Die Mädchen und Jungen übten auf ebenfalls 280 Trommeln einfache Rhythmen. Für die Drittklässler war es der Abschluss ihres Trommelkurses.

Von Dieter Huge sive Huwe

„Jambo – das sagt man in Afrika für ,Hallo, wie geht´s?’“ Christoph Studer spricht’s noch einmal ins Mikrofon, und aus 280 Schülerkehlen kommt prompt die Antwort: „Jambo!“ Der südliche Kontinent ist an diesem Morgen Thema in der Turnhalle an der Ochtruper Straße. Sämtliche Vitus-Grundschüler haben sich versammelt, sitzen auf Bänken oder auf dem Boden und lauschen aufmerksam ihrem Trommellehrer.

Die Drittklässler wissen schon ein wenig, was an diesem Vormittag geboten wird. Zwei Tage lang besuchten sie den Trommelkursus des Rhythmikers aus Münster. Sie erfuhren dort etwas über Afrika, lernten verschiedene Arten von Trommeln kennen, hörten die Unterschiede im Klang der Instrumente und probierten sich schließlich selber an ihnen aus. Der Förderverein der Schule gab Geld dazu, damit das Projekt, wie schon vor zwei Jahren, durchgeführt werden konnte. Am Mittwoch dann der große Tag: 280 Kinder in der Turnhalle, 280 Trommeln stehen in den vier Ecken. „Ich habe für jeden von euch ein eigenes Instrument mitgebracht“, macht Studer die kleinen Trommler neugierig. Doch zuvor müssen die Mädchen und Jungen noch ein paar Lockerungsübungen machen. Dass man auch mit dem Körper wunderbar trommeln kann, beweisen sie beim Lied „Reise nach Afrika.“ Da wird auf die Brust, den Po, den Ellenbogen und schließlich in die Hände geklatscht – und dazu aus voller Kehle mitgesungen.

Studer hat ein Händchen dafür, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Mal in voller Lautstärke, dann wieder so flüsterleise, dass schon ein Räuspern wie ein Gewitterhall durch den Raum schallt, singen die Grundschüler mit. Sie hängen dem erfahrenen Instrumentenbauer und Musiker förmlich an den Lippen. „So, jetzt aber an die Trommeln“, fordert Studer die Kinder und auch ihre Lehrerinnen auf, sich jeweils eines der Instrument zu schnappen. Die Felle werden bearbeitet, ein Trommel-Stakkato erklingt – bis Studer den Arm hebt und den Finger an die Lippen legt.

Von jetzt an trommeln sie zusammen. 280 Instrumente im gleichen Takt, mal laut, mal leise, mal schnell, dann langsam. So lange, bis es der Studer leid ist: „Ich mag nicht mehr den Vortrommler geben“, sagt er, und sucht sich Leila aus. Die Drittklässlerin darf an die große, rote Trommel, die ganz vorne steht. Und jetzt gibt sie den Takt vor, zeigt, was sie und die anderen Drittklässler alles gelernt haben beim zweitägigen Kursus. Hoch konzentriert sind die anderen Vitus-Schüler. Keiner will zu früh das Fell schlagen oder hinterher hinken. Und siehe da: Alle Schüler musizieren gemeinsam im Takt der afrikanischen Trommeln.

Dass diese auch ausgezeichnet geeignet sind, um „Drei Chinesen auf dem Kontrabass“ zu begleiten, merken die Schüler gleich im Anschluss. Da wissen sie längst, dass die Eingangsfrage von Vortrommler Studer „Schaffen wir das?“ gar nicht so ernst gemeint war.

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