Fr., 02.12.2016

Neue Vechte Der Zeitplan ist nicht zu halten

Maßarbeit 

Maßarbeit  Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Nicht mehr einzuhalten ist der Zeitplan für die Fertigstellung der „Neuen Vechte“ im Bereich von Ellings Wiese. Unerwartet schwierige Bodenverhältnisse, aber auch der aufwendige Einbau von Holzschwellen aus Douglasien-Stämmen verzögern die Arbeiten.

Von Dieter Huge sive Huwe

Es hätte eine schöne Bescherung für die Gemeinde gegeben, wenn alles so geklappt hätte wie ursprünglich terminiert. Doch das Projekt Neue Vechte wird sich bis ins nächste Jahr hinein verzögern. Nicht nur, dass sich der Untergrund in Ellings Wiese als teils sehr schwierig erwies – auch die Verbauungen im neuen Flusslauf haben es in sich. Hier betreten die Arbeiter teilweise Neuland.

Mittlerweile ist zwar schon deutlich mehr als zwei Drittel des Umgehungsgerinnes, das sich durch die Wiese schlängelt, ausgehoben, und auch die meisten der Stein-Verbauungen sind in diesem Bereich fertig. Erhebliche Zeit benötigt indes der Einbau der mächtigen Douglasien-Stämme, die als Querriegel gemeinsam mit den Sandstein-Stufen den Fischen einen sanften Aufstieg erlauben sollen. 17 Hindernisse der insgesamt 34 Querriegel werden aus dem Holz der widerstandsfähigen Nadelbäume gemacht – und das in einer Kombination von grobem Gerät und zentimetergenauer Arbeit.

Eine Kettensäge mit langem Schwert zerteilt die lagernden Baumstämme auf der Wiese, nachdem die Schnittstelle und der Winkel zuvor zentimetergenau ausgemessen wurden. Mit Hilfe des Baggergreifers werden die tonnenschweren Stämme anschließend „an Land“ zusammengesetzt, paarweise mit Spanngurten fixiert und durchbohrt. Diese Bohrungen sind wichtig, damit die Stämme nach dem Einbau in den neuen Flusslauf mit Hilfe von sechs Meter langen Stahlnägeln aus Baustahl im Untergrund fixiert werden können. „Das muss absolut dicht sein“, erläutert Metelens Bauamtsleiter Stefan Weßling die Notwendigkeit, ganz exakt zu arbeiten. Daher auch die Vorarbeit auf der Wiese.

Beim Einbau ins Flussbett ergeben sich trotzdem immer wieder Anpassungsprobleme, welche die Arbeiter fordern. Während der Bau einer Steinstufe etwa einen Tag dauert, benötigt das Team mehr als drei Tage, bis eine einzige Holz-Verbauung an Ort und Stelle sitzt und dicht ist.

Bisher hat man im Bereich des Regierungspräsidiums Münster mit derartigen Einbauten noch keine Erfahrungen. Das Büro „Sönnichsen & Partner“, welches die Planung übernommen hat, setzt aber auf diese natürlichen Hindernisse im neuen Flussbett. Die Wasserbau-Ingenieure haben auch die exakte Anordnung der Riegel im Plan festgehalten. Pi mal Daumen ist also nicht drin.



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