So., 24.09.2017

Bundestagswahl CDU verliert auch in Metelen deutlich

Punkt 18 Uhr, die erste Prognose zum Ergebnis der Bundestagswahl flimmert gerade über die Leinwand, da wird auch schon die Briefwahl-Urne ausgeschüttet. Das Zählen der Stimmen beginnt.

Punkt 18 Uhr, die erste Prognose zum Ergebnis der Bundestagswahl flimmert gerade über die Leinwand, da wird auch schon die Briefwahl-Urne ausgeschüttet. Das Zählen der Stimmen beginnt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Mit Verlusten der beiden großen Parteien spiegelt sich in Metelen das Ergebnis der Bundestagswahl wieder. Auch hier sind die Liberalen und die AfD die deutlichen Gewinner des Urnengangs. Für die Rechtspopulisten wird Mario Mieruch in den Bundestag einziehen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Deutliche Verluste bei der Union, ebenfalls ein – wenn auch geringeres – Minus bei den Sozialdemokraten: Die Verlierer der Bundestagswahl finden sich auch in Metelen wieder. Genauso die Gewinner: Die Liberalen legen am stärksten zu und auch die AfD bringt es auf sechs Prozent. Und dennoch wählten die Metelener nicht so extrem wie im Bund, vor allem nicht so extrem rechts.

Deutlich weniger als die Hälfte der Stimmen im Bund bekamen die Rechtepopulisten der AfD vor Ort – und das, obwohl ein Metelener für diese Partei Mitglied des Bundestag wird. Denn die AfD-Landesliste zog: Mario Mieruch geht nach Berlin. Fast auf den Punkt genau spiegelt der Stimmenanteil der Liberalen hingegen das Gesamtergebnis wieder. Die FDP legte mit 6,6 Prozent der Zweitstimmen vor Ort am meisten zu.

„Metelen kann sich dem Bundestrend nicht entziehen“, kommentierte der CDU-Fraktionschef im Metelener Rat, André Kersten, das Wahlergebnis vor Ort, dem er immerhin etwas positives abgewinnen mochte: „Jens Spahn hat sein Ergebnis von 2013 fast wieder erreicht. Die Menschen haben erkannt, dass es gut ist, ihn im Bundestag zu haben.“

Andreas Sievert fand es für die sozialdemokratische Fraktion in der Bürgervertretung zwar „erfreulich“, dass die AfD in Metelen nicht so viele Stimmen holte wie im Bund, nannte den Stimmenanteil dennoch bedenklich. Als einen Grund für das Abschneiden der Alternative für Deutschland nannte Sievert die hohe Wahlbeteiligung: „Viele Menschen haben so ihren Protest ausgedrückt.

Als ein „Produkt der großen Parteien“ bezeichnete Ansgar Stening für die UWG-Ratsfraktion das AfD-Abschneiden. Dies zeige deutlich, dass es viele Leute gebe, die zeigen wollten, dass sie mit der Politik der großen Koalition nicht einverstanden seien. Wichtig müsse es sein, sich mit den Inhalten der AfD stärker als bisher auseinanderzusetzen.

„Sehr zufrieden“ zeigte sich AfD-Kandidat Mario Mieruch mit dem Abschneiden seiner Partei. Es finde es toll, „dass die Menschen bestimmte Themen sachlich diskutiert haben“ wollen. Mit Blick auf das deutlich schlechtere Abschneiden der AfD in Metelen erklärte Mieruch, dass seine Partei hier Potenzial habe.

Die Wahl verlief in Metelen störungsfrei. Bürgermeister Gregor Krabbe bewertete die hohe Wahlbeteiligung als ein „gutes Zeichen für die Demokratie“. Er sprach allen Wahlhelfern Lob aus. Schließlich war die Bundestagswahl bereits der zweite Urnengang in diesem Jahr.



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