Do., 28.09.2017

Windmessmast Windkraftanlagenhersteller misst in der Heide Technik zur Geräuschminderung

Windmessmast: Windkraftanlagenhersteller misst in der Heide Technik zur Geräuschminderung

(Symbolbild) Foto: dpa

Metelen - 

Er fällt kaum auf, liefert aber wichtige Daten, damit Windkraftanlagen künftig weniger Geräusche machen. Den Windmessmast in der Metelener Heide hat ein Anlagenhersteller aufgebaut, um Vergleichswerte für geräuschmindernde Anbauten an Rotorblättern zu bekommen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Er ist gut 100 Meter hoch, aber fällt kaum auf im Gewirr der Masten und Rotoren des Bürgerwindparks Sellen. Spindeldürr und gut abgespannt macht er in Wurfweite zur Metelener Heide aber schon seit fast einem Jahr genau das, wofür ihn ein Unternehmen, das Windkraftanlagen herstellt, aufbauen lassen hat – nämlich den Wind messen.

Dies leisten natürlich auch die Anlagen des Windparks selber mit ihren kleinen Messinstrumenten, die auf den mächtigen Getriebegehäusen angebracht sind. Doch mit dem Mast, der in anderen Windparks fehlt, hat es eine ganz besondere Bewandtnis: Er misst die unverfälschte Windleistung, bevor sie die Anlagen erreicht, dient damit quasi als Referenz für den Ertrag, den die Hightech-Windmühlen, die sich hundert Meter entfernt drehen, liefern sollten.

„Es geht letztlich um die Vergleichbarkeit“, erklärt Ralf Peters aus der Hamburger Zentrale des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex das Prinzip. Das Unternehmen will mit dem Mast den Beweis erbringen, dass sich eine Neuerung an den Rotorblättern der benachbarten Anlage nicht negativ auf den Ertrag auswirkt.

Es geht um so genannte „Serrations“, die die Geräuschemission, welche von den Rotoren ausgeht, verringern sollen. Die Bauteile bestehen aus gezacktem Glasfaserlaminat, welches an der Hinterkante der Blätter angebracht wird und vor allem an den Blattspitzen seinen lärmmindernden Effekt ausspielen soll: „Entlang des Rotorblatts ist der Lärmreduktionseffekt am größten, wenn Serrations im äußeren Rotorblattbereich eingesetzt werden, wo aufgrund der hohen Strömungsgeschwindigkeiten die größten Schallpegel entstehen“, wirbt Nordex für die Bauteile.

Nachzuweisen galt es für den Hersteller nun, ob die Lärmminderer bei der Anlage des Typs N 131-3,0, wie sie auch im Bürgerwindpark Sellen zu finden sind, keinen Einfluss auf den Ertrag haben, denn sie verändern die Aerodynamik der Blätter ja schon. „Die Serrations sind so ausgelegt, dass sie sich aerodynamisch neutral verhalten. Sie haben keinen Einfluss auf die strukturellen und aerodynamischen Eigenschaften der Rotorblätter. Leistungskurven, Leistungs- und Schubbeiwerte der Windenergieanlage bleiben unverändert“, formulierte Nordex jetzt in einem Vertriebsdokument, nachdem der Gittermast in der Heide seinen Zweck erfüllt hat: ein Jahr lang kontinuierlich die Windwerte zu liefern, um eine solche Aussage auch mit Daten unterfüttern zu können.

„Der Windmessmast wurde im Oktober 2016 errichtet und soll noch in diesem Jahr rückgebaut werden“, beschreibt Ralf Peters von Nordex denn auch den für den kommenden Monat geplanten Abbau des Mastes.



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