Fr., 03.11.2017

Serie „Metelener Krimiherbst“ Struwwelpeter für Erwachsene

Gabriele Hinze schätzt die Romane des österreichischen Autors Andreas Gruber um das Ermittler-Duo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez sehr.

Gabriele Hinze schätzt die Romane des österreichischen Autors Andreas Gruber um das Ermittler-Duo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez sehr. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Die Romane des österreichischen Autors Andreas Gruber um das Ermittler-Duo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez haben es Gabriele Hinze angetan. Ihre Empfehlung für den Krimiherbst: „Todesfrist“.

Von Dieter Huge sive Huwe

Märchen sind in ihrer Substanz eigentlich ganz brutale Erzählungen, denke man dabei nur an die kinderessende Hexe oder an das Blut im Schuh bei Aschenputtel. Und auch Kinderbücher der Vergangenheit waren nicht ohne – allen voran der Struwwelpeter. Da lässt dessen Autor Heinrich Hoffmann, immerhin ausgebildeter Arzt und Psychiater, Paulinchen nach dem Spiel mit den Zündhölzern verbrennen, dem daumenlutschenden Konrad Besagten vom Schneider abschneiden oder dem Suppen-Kaspar ob seiner Weigerung der Nahrungsaufnahme letztlich im Grab enden.

An genau diesem Bilderbuch, das seinerzeit durchaus pädagogischen Anspruch hatte, orientiert sich der österreichische Autor Andreas Gruber in seinem Kriminalroman „Todesfrist“, den Gabriele Hinze im Rahmen des Metelener Krimi-Herbstes vorstellt. Gruber ist einer ihrer Lieblings-Autoren – neben Jussi Adler-Olsen oder auch Elisabeth Herrmann.

Warum gerade dieses Buch? „Ich habe mir Todesfrist als Urlaubskrimi gekauft.“ Die Geschichte um angekündigte Morde, in denen die Kriminalisten nur 48 Stunden Zeit haben, um das Opfer zu retten, gefiel der 67-Jährigen so gut, dass sie auch die anderen Bücher der Gruber-Reihe las.

Die Ermittlung gegen die tickende Uhr seien typisch für die Romane um das Ermittler-Duo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez, das auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen will. Sneijder, BKA-Psychologe, ist kaum teamfähig, kifft, klaut Bücher und ist ferner die Ungeduld in Person – aber mit einem mehr als intuitiven Spürsinn. Die junge Kriminalbeamtin Nemez wiederum hat die Gabe, scheinbar unzusammenhängende Fakten miteinander zu kombinieren.

„Gruber zu lesen bedeutet permanente Spannung und unvorhergesehene Ereignisse und Wendungen. Eine gewisse Brutalität der Tatbeschreibung muss man ertragen können“, weiß Hinze aber auch, dass es in diesen Krimis durchaus zur Sache geht.

Doch Gruber ist mehr, verrät sie. „Ich lese die Bücher oft ein zweites Mal. Wenn es zu spannend wird, überliest man bisweilen wichtige Details. Und außerdem ist mir auch die schriftstellerische Seite in Kriminalromanen wichtig.“ Beiseite legen mochte die Metelenerin „Todesfrist“ jedenfalls beim ersten Lesen nicht – dafür war die Story zu packend.

Zum Thema

Andreas Gruber: Todesfrist, Goldmann-Verlag, 2013, 416 Seiten, 9,99 Euro.



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