Mi., 08.11.2017

Einzelhandel Schmalhans hat ausgedient

Zur Baubesprechung trafen sich jetzt Markus Wälte (Aldi-Immobilienverwaltung), Architekt Christian Veit, Christian Meidt (Leiter Immobilien und Expansion Aldi), Geschäftsführer Carsten Oskamp und Bauleiter Holger Westenfeld vom Bauunternehmen Middendorf sowie Polier Frank Bury. Noch haben die Handwerker den 1000 Quadratmeter großen Verkaufsraum mit Beschlag belegt.  

Zur Baubesprechung trafen sich jetzt Markus Wälte (Aldi-Immobilienverwaltung), Architekt Christian Veit, Christian Meidt (Leiter Immobilien und Expansion Aldi), Geschäftsführer Carsten Oskamp und Bauleiter Holger Westenfeld vom Bauunternehmen Middendorf sowie Polier Frank Bury. Noch haben die Handwerker den 1000 Quadratmeter großen Verkaufsraum mit Beschlag belegt.   Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Er soll noch vor Weihnachten eröffnen und wird deutlich größer, als sein Vorgängerbau: Der neue Aldi-Markt an der Schöppingener Straße verwirklicht neue Konzepte des Lebensmittel-Discounters – unter anderem eine gänzlich autarke Energieversorgung des Gebäudes.

Von Dieter Huge sive Huwe

Schmalhans war einst der Küchenmeister im Supermarkt-Imperium der Gebrüder Albrecht. Aldi, das stand stets für schmucklos ausgestattete Märkte, in denen der Kunde auf den Regalen direkt aus den Kartons heraus seine Waren in den Einkaufswagen packte. Aldi 2017 ist anders – und auf der Baustelle an der Schöppingener Straße wird das bereits deutlich.

Es herrscht ein Kommen und Gehen in dem 1000 Quadratmeter großen Verkaufsraum, der sich Anfang November, gut fünf Wochen vor der avisierten Fertigstellung des Gebäudes, auf den ersten Blick noch als riesige, leere Halle präsentiert. Fahrzeuge der Handwerker stehen an den Plätzen, an denen Elektriker kilometerweise Leitungen verlegen, Installateure Armaturen einbauen, Techniker alles dafür vorbereiten, damit das Klima im künftigen Markt stimmt.

Noch ist der Blick in die Eingeweide des Gebäudes möglich, zeigen sich Rohrleitungen, Verkabelungen, Klima-Röhren dem Betrachter. „Davon wird aber nichts mehr zu sehen sein, wenn das fertig ist“, beruhigt Carsten Oskamp. Er ist Geschäftsführer des Bauunternehmens Middendorf, das als Generalunternehmen die Fäden auf der Baustelle in der Hand hält. „Wenn die abgehängte Decke angebracht ist, sieht man davon nichts mehr“, ergänzt Oskamp, der übrigens seine Wurzeln in Metelen hat und als Schüler vor Ort die Eröffnung des Vorgänger-Marktes an gleicher Stelle miterlebte.

Diesem Gebäude waren nur etwas mehr als ein gutes Dutzend Jahre vergönnt, ehe die Aldi-Immobilienverwaltung erneut als Bauherr auftrat und gleich Nägel mit Köpfen machte. Die anfängliche Überlegung, den bestehenden Markt zu erweitern, passte nämlich einfach nicht mehr in die Zeit. Dies erläutert Christian Meidt. Er leitet den Bereich Immobilien und Expansion in der Aldi-Zentrale in Herten und ist zur Baubesprechung nach Metelen angereist.

„Mit einer Erweiterung im Bestand hätten wir unser neues Konzept nicht umsetzen können“, umreißt der Aldi-Manager, dass das Unternehmen neue Wege beschreitet. Augenfällig wird dies vor allem im Backshop-Bereich des Marktes, der – in unmittelbarer Nähe zum Eingangsbereich gelegen – während der Öffnungszeiten frische Brotwaren und Brötchen anbieten wird. Architektonisch ist das so gelöst, dass das Verkaufsregal von hinten befüllt wird. In diesem rückwärtigen Bereich wird auch direkt vor Ort gebacken, schildert Meidt das Konzept, welches in der Region erstmals in einem Markt in Ibbenbüren realisiert wurde und auch in Metelen verwirklicht wird.

Augenfällig sind auch die neuen Dimensionen des Marktes, der nicht nur breiter ist als sein Vorgänger-Gebäude, sondern dessen Decke ebenfalls deutlich erhöht wurde und der große, zusätzliche Fensterflächen erhält. Der Raumeindruck ändert sich dadurch, der Markt wird luftiger – das ist die Idee.

Apropos Luft: Bei der Beheizung und Klimatisierung setzt Aldi auf einen praktisch energie-autarken Markt. Was das bedeutet, verdeutlich Carsten Oskamp vom Bauunternehmen. „Betonkernaktivierung“ lautet dabei das Stichwort. „Im Grunde muss man sich das wie eine Fußbodenheizung im Wohnungsbau vorstellen“, zieht Oskamp einen Vergleich. „Im Boden sind Rohre verlegt, die wir im Winter mit der Abwärme beheizen, welche die Kühlaggregate des Marktes liefern.“

Aldi hat aus dem Umstand, dass die Nachfrage nach vom Hersteller vorbereiteten Produkten, die schnell zubereitet werden können und meist gekühlt werden, sein Energie-Konzept entwickelt. Mehr Kühlschränke bedeuten nämlich auch mehr Abwärme und die lässt sich eben nutzen.

„Wir haben den Markt langfristig und nachhaltig angelegt“, beschreibt Aldi-Immobilienfachmann Meidt die Strategie des Unternehmens zur Objektnutzung und ergänzt einen weiteren Baustein im Energiekonzept. Auf dem Flachdach des Gebäudes wird nämlich eine 150-Kilowatt-Photovoltaikanlage den notwendigen Strom für die Kühlaggregate liefern. „Damit sind wir weitgehend unabhängig von Versorgern“, erläutert Meidt. Zwar gebe es eine externe Stromversorgung, aber keine zusätzliche Heizanlage.

Die Andienung des Supermarkts erfolgt von der Schöppingener Straße aus. Hier verklinkern Maurer gerade die Rampe für die Lkw. Entsorgt wird über Presscontainer, die hinter dem Lagertrakt aufgestellt werden.

Neben einem Kunden-WC inklusive Baby-Wickelmöglichkeit gibt es unter dem großen überhängenden Dach im Eingangsbereich auch die Möglichkeit, Fahrräder wettergeschützt abzustellen – ebenfalls ein Teil des neuen Aldi-Konzepts, das sich vom einstigen Schmalhans-Motto deutlich emanzipiert hat.

Und wann geht es los? Carsten Oskamp vom Generalunternehmen überschlägt, dass die Handwerker in fünf, sechs Wochen die Baustelle räumen und Platz machen für die Ladenbauer. „Wir werden noch vor Weihnachten starten“, gibt Aldi-Mann Christian Meidt deren Marschroute vor.



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