Fr., 10.11.2017

Kindergarten Gesungene Erinnerung

Im Stehen singt es sich besser, lernten die Mädchen und Jungen während der CD-Aufnahme mit dem Musiker-Duo.

Im Stehen singt es sich besser, lernten die Mädchen und Jungen während der CD-Aufnahme mit dem Musiker-Duo. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Immer dann, wenn die beiden „Minimusiker“ Till Backhaus und Lars Lütke-Lefert ihre Mikrofone in Kindergärten aufbauen, sind die Mädchen und Jungen ganz aufgeregt. Dann wird ihr Gesang nämlich auf einer CD verewigt – wie am Donnerstagmorgen in der St.-Josef-Kita.

Von Dorothee Zimmer

Die Turnhalle in der Kita St. Josef hat an diesem Donnerstagmorgen die Funktion eines Tonstudios. Till Backhaus und Lars Lütke-Lefert haben dort unter anderem zwei größere Mikrofone aufgestellt. Sie wollen im Laufe des Morgens eine CD mit verschiedenen Liedern aufnehmen, die die für diesen Fall gut vorbereiteten Kinder sowohl gruppenweise als auch im größeren Verbund vortragen.

„Immer wenn die Kinder diese CD hören, werden sie sich daran erinnern, dass sie selbst es waren, die die Lieder gesungen haben. Das ist ein tolles Erlebnis“, finden die beiden Männer, die als „Minimusiker“ Kindergärten und Grundschulen besuchen.

Bevor jedoch der erste melodische Ton auf das technische Equipment trifft, erzählen Backhaus und Lütke-Lefert den Kindern, was es beim Singen alles zu beachten gilt. Backhaus macht es spannend: „Ich verrate euch gleich ein paar Tricks, wie die Stimme gut funktioniert und auf der CD schön strahlt.“

Aber erst hört er nach, ob jemand weiß, woher eigentlich die Stimme kommt. Ein Kind ruft: „Aus dem Hals.“ Dafür erhält es ein anerkennendes Nicken. „Und was braucht man zum Singen?“ Auch da wissen viele Bescheid: Die Luft wird genannt, der Mund, die Zähne, die Ohren. „Ja“, greift Backhaus das Stichwort Luft auf, „die ist ebenfalls ganz wichtig. Damit sie gut rein und raus kann, setzt man sich beim Singen nicht hin, sondern bleibt stehen.“ Dann macht er mit den Kindern ein paar Lockerungsübungen für den Körper und den Mund. Um letzteren in Schwung zu bringen, kaut er kräftig auf einem imaginären Kaugummi, schiebt es dann mit der Zunge von einer Backenseite zur anderen und ermuntert, es ihm nachzutun, woran die Kinder sofort Gefallen finden.

„Aber der allerbeste Sängertrick auf der ganzen Welt, der geht so“, krönt Backhaus seine kleine Einführung und zeigt auf sein Gesicht, das ein breites Grinsen zeigt: „Wer fröhlich lächelnd singt, bei dem klingt jedes Lied viel besser als bei dem, der mürrisch dreinschaut.“

Auch Anfang und Ende eines Liedes sollen stimmig, nämlich geräuschlos, sein. „Am besten, ihr seid schon ganz leise, bevor ihr zu singen beginnt. Und nach dem letzten Ton lege ich den Finger auf die Lippen, was bedeuten soll, auch dann noch kurz still zu sein.“ Auf diese Weise entstünden zwischen den einzelnen Liedern ruhige Übergänge.

Für diese tieferen Erkenntnisse in musikalischer Früherziehung haben die Allerkleinsten aus der Bienenkorbgruppe noch keinen Sinn; sie üben sich ein wenig im Trommelschlagen und Rasselschwingen, während Einrichtungsleiterin Nora Göcke und Erzieherin An­drea Volkery zur Gitarrenmusik ein Trommel- und ein Bienchenlied singen. Lütke-Lefert lässt die Aufnahme abspielen, und die Kleinen lauschen sichtlich interessiert. „Das habt ihr klasse gemacht“, sagt Lütke-Lefert, „jetzt seid ihr auf einer CD.“



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