Sa., 23.12.2017

Sophienhaus Projekt Nächstenliebe

Mit Begeisterung malten und schrieben die Grundschüler Bilder und Briefe für die Bewohner des St.-Sophien-Hauses, die sie zwei Tage vor dem Fest und musikalisch auf dem Akkordeon begleitet von Petra Ewering überreichten. Das Projekt hatte die Lehramtsstudentin Jana Willner, die die Briefe präsentierte, mit den Kindern umgesetzt.

Mit Begeisterung malten und schrieben die Grundschüler Bilder und Briefe für die Bewohner des St.-Sophien-Hauses, die sie zwei Tage vor dem Fest und musikalisch auf dem Akkordeon begleitet von Petra Ewering überreichten. Das Projekt hatte die Lehramtsstudentin Jana Willner, die die Briefe präsentierte, mit den Kindern umgesetzt. Foto: Irmgard Tappe

Metelen - 

Mit Begeisterung bei der Sache waren Grundschüler für ein Projekt, das sich die Lehramtsstudentin Jana Willner ausgedacht hatte. Sie malten und schrieben für die Bewohner des St.-Sophien-Hauses Weihnachtsbriefe, die sie zwei Tage vor dem Fest überreichten.

Von Irmgard Tappe

„Klingelingeling, die Glöckchen klingen“, singen die Grundschüler aus voller Kehle und tanzen einen Reigen. Ein Bewohner des St.-Sophien-Hauses schwingt von seinem Platz aus den Taktstock dazu. Und ein anderer dirigiert mit den Armen im Rhythmus der Musik. Petra Ewering begleitet die Szene auf ihrem Akkordeon.

Im Gemeinschaftsraum der Metelener Einrichtung für Menschen mit Behinderungen herrscht an diesem Freitagmorgen eine Weihnachtsstimmung, die von Herzen kommt und zu Herzen geht.

Denn die St.-Vitus-Schüler der Klasse 3 c übernehmen für eine Weile den Job des Christkindes. Bepackt mit vielen Briefen sind sie gekommen. Jedem Bewohner des Hauses überreichen sie einen liebevoll gestalteten Weihnachtsbrief.

Die Augen der Bewohner leuchten, als die Kinder ihnen das Geschriebene überreichen. Der Mann, der den Taktstock geschwungen hat, öffnet als Erster seinen Weihnachtsbrief. Einrichtungsleiter Thomas Berning liest ihm den Text vor: „Lieber Herr K. Ich hoffe, es geht dir gut. Schließlich hoffe ich, dass du viele schöne Geschenke kriegst. Und ich hoffe, dass du gesund bist. Dein Felix“

Auch die anderen Bewohner sind nun neugierig geworden auf das, was sich in den Kuverts verbirgt. „Lieber Herr J. Ich hoffe, dass du viele Geschenke bekommst und dass Sie gesund bleiben. Ihre Charlotte“, mit diesen Worten bereitet eine andere Schülerin einem Bewohner eine Freude.

„Ich wünsche dir einen Engel, der dich immer beschützt“ oder „Ich wünsche Ihnen ein Herz, das immer für dich schlägt“, heißt es in weiteren Briefen.

Unter dem Leitgedanken „Nächstenliebe“ hatte die Lehramtsstudentin Jana Willner das Projekt mit den Schülern erarbeitet, deren Aufgabe es war, Briefe zu schreiben an Menschen, die Weihnachten alleine sind oder in einer Einrichtung leben.

„Die Kinder haben den Sinn dieses Projektes schnell verstanden. Sie waren mit großer Freude bei der Sache und haben viele Briefe verfasst“, erzählt Jana Willner.

„Alle Klassen waren gefordert. Die ersten zwei Jahrgänge haben gemalt und die Schüler des dritten und vierten Schuljahres haben die Texte dazu geschrieben“, berichtet Konrektorin Ulrike Doeths-Brummel. Wie ihr Kollegium ist auch sie angetan von dieser Projektidee.

Jana Willner hatte die St.Vitus-Grundschule für ihre Semesterarbeit gewählt, weil sie dort ihr soziales Jahr absolviert hatte. Bereits nach den Herbstferien ging es los. Jeden Freitag kam Willner in die Metelener Grundschule, um mit ihren Schützlingen an dieser ganz besonderen Weihnachtspost zu arbeiten.

Bevor die Schüler sich an diesem Morgen wieder auf den Weg zur Schule machen, lassen sie sich gemeinsam mit den Bewohnern Kinderpunsch und Spekulatius schmecken. Klar, dass sie auch noch ein paar Weihnachtslieder singen.

Als die kleinen Besucher das Haus schließlich verlassen haben, holt eine Frau noch einmal ihren Brief hervor. „Weihnachten denke ich an dich“, steht darin geschrieben.



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