Fr., 29.12.2017

Gemeindeverwaltung Eheschwüre und Kirmesrummel

Retro-Charme: Heinz Hüsing öffnet den Schrank mit den historischen Standesregisterurkunden.

Retro-Charme: Heinz Hüsing öffnet den Schrank mit den historischen Standesregisterurkunden. Foto: Martin Fahlbusch

Metelen - 

Er hat auf fast allen Stationen innerhalb der Metelener Gemeindeverwaltung gearbeitet, ist vielen Ehepaaren im Ort aber vor allem als Standesbeamter in Erinnerung: Hans Hüsing geht nun nach über 48 Dienstjahren Ende Januar in den Ruhestand.

Von Martin Fahlbusch

Bevor er antwortet, wiegt Metelens demnächst ausscheidender Standesbeamte, Hans Hüsing, den Kopf leicht hin und her. Aber aus der Ruhe bringt ihn die Frage nicht. „Ist ein Standesbeamter eigentlich irgendwie für das Gelingen der von ihm geschlossenen Ehen verantwortlich?“

Die Antwort kommt dann im Stil einen langjährigen Verwaltungsmitarbeiters, der bei seinem offiziellen Ausscheiden am 31. Januar 2018 über 48 Dienstjahre auf dem Buckel haben wird. „Ich kann sagen, dass wir von unserer Seite alles tun, was möglich ist. Wir geben unser Bestes. Der kleinere Rest liegt bei den Eheleuten“, schmunzelt er bei seiner Antwort.

Natürlich hat er nicht bei seinem ersten Tag in der Metelener Gemeindeverwaltung schon den Bund für das vermeintliche gesamte Leben geschlossen. Von wegen. Die andere Seite, die Prüfung von Scheidungsunterlagen bei neuen Ehewillen, gehört nämlich auch zu den Aufgaben des Standesamtes.

„Ich habe am 1. August 1969 hier als Verwaltungslehrling angefangen“. Der am 1. Juli 1954 geborene Metelener Poalbürger hatte noch mit einer Ausbildung als Technischer Zeichner geliebäugelt, aber die Gemeindeverwaltung ist es dann geworden. „Und dann habe ich so ziemlich alle Verwaltungsstationen bis auf wenige Ausnahmen durchlaufen“, denkt Hans Hüsing an seine beruflichen Anfänge zurück. Hüsing hat Gemeindedirektoren und später dann hauptamtliche Bürgermeister kommen und gehen sehen: Wilhelm Budde, Karl-Heinz Brenner, Helmut Brüning und nunmehr Gregor Krabbe. „Wilhelm Budde hat mich am 1. August 1994 zum Standesbeamten bestellt. Kurz darauf habe ich die erste Eheschließung vorgenommen und beurkundet“, erzählt der Verwaltungsfachmann, der in seiner Freizeit früher aktiver Fußballer war und seit langen Jahren im Vorstand von Matellia Metelen mitarbeitet. Und er rechnet überschläglich nach. „In rund 24 Jahren als Standesbeamter müssten das gut 700 Trauungen insgesamt gewesen sein. Heutzutage ist für viele Eheleute die standesamtliche Trauung das Highlight in der Zweisamkeit. Und ich habe schon überall getraut. Das ging von meinem Büro bis hin zum Stiftsgebäude“, erzählt Hans Hüsing.

Ein paar passende Worte habe er sich immer zurechtgelegt. Ihm war aber wichtig, dass die Ehewilligen den Rahmen mitbestimmt haben „Vom ungeduldigen und kommentarfreudigen Nachwuchs bis zum verträumten Gitarrenspieler war da alles dabei“, berichtet Hüsing. Aber im Bürgerbüro geht es für ihn nicht nur um Trauungen, Geburten und Sterbefälle. Im Ordnungsamt hatte er viele Aufgaben zu erledigen.

„Ach ja die Organisation der Sommerkirmes habe ich immer gerne gemacht“, verrät Hans Hüsing, der nun als kommender Ruheständler auf seine Gesundheit achten muss und will und nicht nur bei Matellia ehrenamtlich weiter mitmacht.



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