Mo., 22.01.2018

Austausch über Gemälde von Knut Kargel Die Empfindungen der anderen

Künstler Knut Kargel (l.) tauscht sich mit Moderator Samuel Beutler über das Gemälde „Koyaanisquatsi“ aus.

Künstler Knut Kargel (l.) tauscht sich mit Moderator Samuel Beutler über das Gemälde „Koyaanisquatsi“ aus. Foto: Sabine Sitte

Metelen - 

Wir seien im Alltag von einer Bilderflut umgeben, meint Samuel Beutler. „Da ist es schwierig, sich auf ein einzelnes Bild einzulassen.“ Und doch einen Versuch wert. Im Fokus der Premiere der Veranstaltungsreihe „Mit-Sinnen“ stand am Samstagabend Knut Kargels Ölgemälde „Koyaanisquatsi“.

Mit dem Konzept begibt sich die KIM in der Kulturetage auf ungewöhnliche Wege. Spannend und unbedingt empfehlenswert.

Ein Gedicht, ein Song, ein Gemälde: Was möchte der Künstler damit ausdrücken? Auch der Maler Knut Kargel lässt sich an diesem Abend inmitten des Publikums auf eine Reise voller Überraschungen ein. „Ich bin gespannt auf die Empfindungen der anderen“, sagt Kargel, der als Mitglied der Künstlergemeinschaft Wettringen als Erster in der Kulturetage ausstellt. „Ich kann mein Bild ja nicht mit fremden Augen sehen.“ Samuel Beutler ist vom ersten Augenblick an von dem Gemälde fasziniert gewesen. „Doch zuerst habe ich es nicht verstanden.“

Bereits der Titel klingt fremd in unseren Ohren, kaum aussprechbar ist der Name: „Koyaanisquatsi“ ist Sprache der Hopi-Indiander Nordamerikas und bedeutet übersetzt in etwa „Leben aus der Balance“. Inspiriert vom gleichnamigen Experimentalfilm aus dem Jahr 1982 und getrieben von Impulsen starker Spiritualität hat Knut Kargel das großformatige Ölgemälde geschaffen und mehr als zwei Jahre daran gearbeitet. Unterteilt in zahlreiche Fragmente bietet das Bild eine Fülle an gewollten, aber auch zufälligen Symbolen, deren historischen Ursprung Samuel Beutler dem Publikum unterhaltsam nahebringt: der Adler, die Schlange, die Fische. Die Zahlen zwei und drei wiederholen sich in Rivalität und Reihung. Selbst die Farben finden sich in uralten religiösen Zeichnungen wieder. „Zutiefst archaisch“ beurteilt Samuel Beutler das Bild Kargels.

Das Konzept „Mit-Sinnen“ möchte mehr als nur Augenschmaus bieten. „Sehen, hören, schmecken, riechen“ sollen als Ganzes bedient werden, sagt Beutler. So ist der kleine Imbiss in den Farben des Gemäldes angerichtet, und zum Abschluss rundet der Moderator den Abend am Klavier mit einer eigens zum Bild komponierten Musiksequenz ab. „Für dieses Bild geht nur d-Moll.“

Die nächste Veranstaltung findet am 4. Februar (Sonntag) mit einem Bild der Künstlerin Ada Klar statt.



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