So., 07.09.2014

Das neunte New-Names-Konzert Ein Abend voller Überraschungen

Salip Tarakci und seine sechsköpfige Begleitband präsentieren auf der Jovel-Bühne eine soulige Mischung aus Rootsrock und Reggae.

Salip Tarakci und seine sechsköpfige Begleitband präsentieren auf der Jovel-Bühne eine soulige Mischung aus Rootsrock und Reggae. Foto: Carsten Vogel

Münster - Gitarre, Bass, Drums mit Wums. Die neunte Auflage der “New-Names-Konzertreihe” am Freitagabend hatte es in sich. Die drei Bands auf der Bühne im Jovel ließen keine Wünsche offen. Und dennoch fehlte leider etwas.

Von Carsten Vogel

Drei Bands, neunte Auflage und es gibt ordentlich auf die Zwölf vor leider nur knapp 50 Zuschauern. So die Kurzzusammenfassung für das “ New-Names-Konzert” am Freitagabend im Jovel. Und für alle diejenigen, die es vorgezogen haben fernzubleiben, sei gesagt, sie haben etwas verpasst.

Drei Bands geben sich das Mikro in die Hand: Yvi Wylde, Salip und Northern Star. Selten war so wenig Ruhe und so viel Rock. Viola Prien übernimmt als Conférencière oder Conférencieuse die Rolle von Steffi Stephan und erläutert die Spielregeln des Abends, der einmal mehr vom Verein „ Vision“ zur Förderung der populären Kultur mitveranstaltet wird: Eine halbe Stunde pro Band, keine Zugaben, da Stefan Hollekamps diversen Kameras die Performances filmen und deren Akkuleistungen genau auf den Ablauf des Abends ausgelegt sind.

Den Anfang macht Yvi Wylde. Ihre Homepage kündigt Beachpop an, um so überraschender, dass das Trio auf der Bühne um die attraktive Sängerin rockt. Und zwar nach vorne. Schlagzeuger Rolf Hering übernimmt die Gesprächsführung, wenn seine Frontfrau die Gitarren wechseln muss. Mit kraftvoller, präziser Stimme und Schweinerockorgel vom Sequencer rockt sich die Band durch fünf Nummern, die eher dem Blues als dem Beach nahestehen. Bassist Hendrik Müller-Späth orientiert sich an seinem Drummer: Alles wirkt souverän und eingespielt, obwohl die Besetzung in dieser Form eine Premiere ist.

Proppenvolle Bühne

Die nächste Überraschung folgt. Salip entern die Bühne, die aus allen Nähten zu platzen droht: zwei Backgroundsängerinnen, ein Bassist, ein Schlagzeuger, ein Keyboarder, zwei Gitarristen, von denen einer singt. Und Salip Tarakci ist kein Singer-Songwriter im klassischen Sinne. Hier gibt eine Band ihre Seele preis und je mehr das Publikum zurückgibt, desto mehr bekommt es zu hören und sehen. Mehr als nur Soul. Da treffen Arrested Development auf Peter Tosh und Josh Rouse. Mitklatschen ist garantiert. Insbesondere bei ihrer aktuellen Single “You Better Run”, die ihre Setlist abschließt.

Deutschrock mit Energie

Die Messlatte für die dritte Band liegt hoch. Aber für Northern Star kein Grund zur Abschreckung. Im Gegenteil, ihre Songs mit deutschen Texten waren das i-Tüpfelchen auf dem gelungenen Abend. Sängerin Sara Höweler hüpft, animiert zum Mitmachen, agiert mit ihrem Gitarristen Alexander Karnstedt und demonstriert den Fans vor der Bühne, dass Musik keine Einbahnstraße sein muss. “Wisst ihr wie viele Kriege es gerade gibt?” fragt sie in die Runde und präsentiert dann den neuen Song “Sonne”, der sich kritisch mit der aktuellen politischen Lage auseinandersetzt.

“Geiler Song” ruft jemand aus dem Publikum. Recht hat er. Einmal klingen sogar die 80er Jahre in Form von Fräulein Menke und Ideal mit. Beim letzten Song verzieht sich Sara Höweler an den Bühnenrand, während ihre Band den Abend ausrockt. Eine letzte Überraschung: Das erste Mal bei “ New Names ” reicht die Zeit für eine Zugabe. Northern Star entscheiden sich für eine Coverversion von U2. Noch ein geiler Song.



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