Mo., 08.09.2014

Autobrandstifter-Prozess Angeklagter hofft auf Taschengeld

 

  Foto: dpa

Münster - 

Arbeit hatte er nicht, weil ihm die Aufenthaltserlaubnis fehlt. Einkünfte dürfte der wegen der Brandserie in Münster angeklagt Samer S. ebenfalls keine haben, weil er sich seit November 2013 in Untersuchungshaft befindet. Jetzt erhofft sich der frühere Intensivstraftäter, dass ihm das Sozialamt ein Taschengeld für persönliche Bedarfsartikel im Gefängnis genehmigt.

Von Klaus Möllers

Im Juli 2012 hatte das Sozialamt dem 28-Jährigen Grundleistungen nach dem Sozialgesetzbuch zugestanden: 346 Euro zuzüglich der Kostenübernahme für Wohnung und Krankenversicherung. 64 Euro wurden abgezogen, weil er bei der Beschaffung eines Passes für ihn „nicht mitgewirkt“ habe. Das erklärte am Montag vor dem Landgericht die damals zuständige Sachbearbeiterin des Amtes als Zeugin.

Das Gericht möchte wissen, wie es um die finanzielle Situation des Angeklagten in der Zeit vor der Verhaftung bestellt war. Anfangs habe Samer S. das Geld per Barcheck bekommen, erklärte die Zeugin. Später habe er ein Konto gehabt und ihm sei das Geld überwiesen worden. Als er bei seinem Bekannten und Mitangeklagten per Untermietvertrag einzog, sei eine Neuberechnung erfolgt.

Ein Verteidiger des mutmaßlichen Mehrfach-Brandstifters überreichte der Sachbearbeiterin im Gerichtssaal einen Kuvert mit dem Antrag. Darüber hinaus wollen die Verteidiger, dass eine zusätzliche Gutachterin zu Samer S. gehört wird. Die Psychiaterin ist offenbar Expertin auch für das Thema Betäubungsmittel. Samer S. gibt vor, exzessiv Rauschmittel missbraucht zu haben. Der Prozess wird am 22. September fortgesetzt.



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