Fr., 17.10.2014

Eltern der Kita Mecklenbeck verärgert Nach dem Hundebiss: Müssen jetzt auch die Aquarien verschwinden?

Münster-Mecklenbeck - 

Muss in einer Mecklenbecker Kita ein Zierfisch-Aquarium verschwinden, weil vor Kurzem in einer Kinderhauser Kindertagesstätte ein Kind von einem Hund gebissen worden ist? Der Elternbeirat der städtischen Kita an der Brockmannstraße will dies nicht hinnehmen und notfalls mit einer Unterschriften-Aktion dagegen vorgehen.

Von Thomas Schubert

Da wiehert der Amtsschimmel aber kräftig: Man mag es kaum glauben, aber in der städtischen Kita an der Brockmannstraße gibt es angeregte Diskussionen über zwei Aquarien, die die Mädchen und Jungen richtig lieb gewonnen haben, sich an ihnen möglicherweise aber schon bald nicht mehr erfreuen dürfen. Denn die Kindertagesstätte wurde laut Elternbeiratsmitglied Johanna Fuhr nach dem Hundebiss in einer Kinderhauser Kita (die WN berichteten) per Arbeitsanweisung dazu aufgefordert, alle Tiere, und somit auch die Aquarien, abzuschaffen. In der Elternschaft und bei Politikern stößt dies auf absolutes Unverständnis.

„Wir haben in unseren Aquarien keine Piranhas, keine Krokodile und auch keine Haie“, sagt Johanna Fuhr. Kein Kind könne durch die Existenz der Zierfischbehälter zu Schaden kommen. Diese stellten keinerlei Gefahr dar, seien für die Mädchen und Jungen in der Kita vielmehr pädagogisch ausgesprochen wertvoll. „Die Fische werden morgens mit Namen begrüßt, gemeinsam gefüttert und vor dem Weg nach Hause verabschiedet. Die Kinder leben regelrecht mit den Aquarien“, weiß das Mitglied des Elternbeirats.

Es sei ein „Megaquatsch“, wenn der sicherlich dramatische Hundebiss in der Kinderhauser Kita nun dazu führen solle, die Aquarien – das größte davon steht im Eingangsbereich der Mecklenbecker Tagesstätte und wurde vom Förderverein vor vier Jahren für rund 600 Euro angeschafft – aus der Einrichtung zu verbannen. „Das wäre einfach nur schade“, betont Johanna Fuhr. Notfalls werde der Elternbeirat eine Unterschriftenaktion starten.

Hilfe gesucht hat der Beirat bereits bei der Mecklenbecker Ratsfrau Marianne Koch ( SPD ), die sich als Trägervertreterin der städtischen Kita ebenfalls vehement gegen die Anweisung aus dem städtischen Amt für Kinder, Jugendliche und Familien ausspricht: „Ein Unding!“ Sie werde die Eltern in ihrem Engagement für den Erhalt der Aquarien unterstützen, so die Sozialdemokratin im Gespräch mit den WN. Bereits mehrfach sei sie von besorgten Müttern und Vätern auf das Thema angesprochen worden. „Eltern und Kindern sind diese Aquarien sehr wichtig.“

Mit im Boot der Unterstützer ist auch Doris Feldmann. Die SPD-Ratsfrau für Gievenbeck warnt vor dem Hintergrund des Kinderhauser Hundebisses vor „blindem Aktionismus“. Es gebe bewährte pädagogische Konzepte in Schulen und Kitas, bei denen Tiere eine wichtige Rolle spielten. Wenn Sicherheitsstandards, eine artgerechte Tierhaltung und allgemeine Hygieneanforderungen beachtet würden, könnten Kinder von Tieren ausgesprochen profitieren. Es sei schade, wenn nun Aquarien aus Kitas verschwinden müssten.

Aus dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien war am Freitag keine Auskunft zum Thema zu bekommen. Leiterin Anna Pohl, so hieß es, sei terminlich stark eingebunden, sodass sie nicht in der Lage sei, kurzfristig eine Stellungnahme abzugeben.



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