Mo., 20.10.2014

Prozess um Auto-Brandserie Unbefriedigende Zeugenaussagen

Auch ein Feuer in einer Garage an der Hermannstraße gehört zu der Brandserie, um die es am Landgericht geht. 

Auch ein Feuer in einer Garage an der Hermannstraße gehört zu der Brandserie, um die es am Landgericht geht.  Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Fortgesetzt wurde am Montag am Landgericht Münster der Prozess um die Auto-Brandserie in Münster. Im Mittelpunkt standen eine Beschäftigung bei einem Betrieb in Münster sowie der Cannabiskonsum von einem der beiden Angeklagten.

Schnell war am Montag der Zeitpunkt erreicht, als bei der Fortsetzung des Prozesses um die Auto-Brandserie in Münster der Vorsitzende Richter Geduld mit seiner Geduld am Ende war. Eigentlich waren zwei Eheleute aus Münster nur als Zeugen geladen und sollten Aussagen zu Reinigungs- und Aufräumarbeiten des Angeklagten Samer S. machen, die dieser Mitte 2013 für das Ehepaar verrichtet hatte.

Da aber der Mann wie auch seine Ehefrau zum Teil widersprüchliche Angaben über die Geschäftspraktiken der Firma, ihre eigenen Rollen bei der Betriebsführung sowie über das Beschäftigungsverhältnis des Angeklagten machten, wurde der Ton des Richters schärfer und ungehalten.

Auch bei der Identifizierung von Samer S. machte der Münsteraner im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen unterschiedliche Angaben. So gab er unter anderem vor Gericht an, den Angeklagten auf einem vorgelegten Foto nicht erkannt zu haben, weil er selbst an dem Tag keine Brille trug. Um die Glaubwürdigkeit der zwei Zeugen war es somit nicht zum Besten bestellt.

Der Richter betonte aber auch, dass das Thema Schwarzarbeit, das das Ehepaar bei ihren Aussagen möglicherweise belastete, nur ein Randaspekt im Verfahren sei. Übereinstimmende Antworten zum Beschäftigungsumfang und -zeitraum von Samer S. blieben die Zeugen jedoch schuldig.

Angehört wurde als weitere Zeugin eine Fachärztin für Psychiatrie, die stellvertretend für eine Suchtambulanz Angaben zum Cannabiskonsum von Samer S. machte. Auf freiwilliger Basis hatte er auf Initiative seiner Bewährungshelferin im Vorjahr drei Drogenscreenings, mit denen langfristig der Drogenkonsum ein­er Person überwacht wird, in der therapeutischen Einrichtung vornehmen lassen. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob sich das Konsumverhalten des Betroffenen dauerhaft ändert. Der dritte und letzte Test war negativ, demnach hatte Samer S. den Cannabiskonsum eingestellt.

Das Verfahren gegen die Angeklagten Samer S. und Dennis H. wird am Donnerstag mit der Anhörung weiterer Zeugen fortgesetzt.



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