Do., 23.10.2014

Brandstifter-Prozess Samer S.: „Ich war es nicht“

Samer S. (vorne, hinter Akten) will mit der Brandserie nichts zu tun haben.

Samer S. (vorne, hinter Akten) will mit der Brandserie nichts zu tun haben. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Dem Angeklagten Samer S. ist beim Prozess wegen der Brandserie vom Sommer 2013 der Kragen geplatzt. Aufgewühlt betonte er, dass er nichts mit den Feuern zu tun habe.

Von Martin Kalitschke

„Wenn ich es gewesen wäre, dann würde ich es sagen“, stellt Samer S. am Donnerstagmorgen vor dem Landgericht klar. Doch er sei es nicht gewesen, er habe nichts mit der Brandserie vom Sommer 2013 zu tun.

Fast 20 Minuten schüttet der Angeklagte mehr als ein halbes Jahr nach Beginn des Prozesses sein Herz aus. Samer S. gibt sich genervt, er will, dass endlich der Mammut-Prozess zu Ende geht. „Sie gehen davon aus, dass ich es gewesen bin“, sagt der Angeklagte. „Und Sie denken, dass ich lüge. Aber das tue ich nicht. Ich sage die Wahrheit.“

Samer S. lässt mehrere Brände Revue passieren, erläutert, warum er es überhaupt nicht gewesen sein kann. Er wirkt aufgewühlt, verzweifelt, behält sich aber immer im Griff und sagt am Ende seiner Ausführungen: „Vielen Dank fürs Zuhören.“ Seine Anwälte haben ihn zuvor gewähren lassen.

Seit dem Frühjahr läuft der Prozess nun schon. Samer S. wird vorgeworfen, eine Reihe der Pkw- und Wohnungsbrände, die sich zwischen Frühjahr und Herbst 2013 in ganz Münster ereigneten, selbst gelegt zu haben. Die meiste Zeit hatte er zu den Vorwürfen geschwiegen. Doch am Donnerstag platzt ihm regelrecht der Kragen. Dabei lässt er durchblicken, dass er trotz der von ihm beteuerten Unschuld mit einer Verurteilung rechne.

Voraussichtlich noch bis Mitte November wird der Prozess laufen, dies zeichnete sich gestern ab. Mit dem Urteil wird im Laufe der zweiten November-Hälfte gerechnet.



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