Sa., 25.10.2014

Kinderuni Beben im Hörsaal

Hier verursachen die Jungstudenten der Kinderuni ein Erdbeben im Hörsaal: Den kollektiven Luftsprung zeigt der Seismograph deutlich an.

Hier verursachen die Jungstudenten der Kinderuni ein Erdbeben im Hörsaal: Den kollektiven Luftsprung zeigt der Seismograph deutlich an. Foto: kv

Münster - 

Im großen Hörsaal der Universität bebte am Freitagnachmittag die Erde. Die Folge eines kollektiven Luftsprungs von rund vierhundert Kindern. Sie erfuhren von der Geophysikerin Prof. Christine Thomas, warum die Erde bebt.

Von Karin Völker

Wenn ein Erdbeben hörbar wird, klingt es ein bisschen wie Gewitter. Als Hunderte von Kindern am Freitagnachmittag im großen Hörsaal einmal kräftig hoch springen, bekommt der Seismograph von Prof. Dr. Christine Thomas Arbeit. Ein kleines Beben wird sichtbar auf der großen Schauwand hinter der Geophysikerin, die bei der Kinderuni erklärt, wie Erdbeben entstehen und wie Wissenschaftler sie erforschen.

Christine Thomas und ihre Kollegen am Institut für Geophysik der Universität beobachten sehr genau alle Erbeben weltweit. Das sind eine ganze Menge. 285 stärkere Beben, die meisten in Asien und Amerika, haben die Messgeräte allein in der Woche vom 10. bis 17. Oktober angezeigt: „Eine ganz normale Erdbeben-Woche“, erklärt Professor Thomas.

Wer Erdbeben messen will, braucht einen Seismographen, ein Gerät, dass die Erschütterungen anzeigt und aufzeichnet. Bei der Kindervorlesung steht ein suppentopfgroßer Seismograph des Instituts in einer Ecke des Hörsaals. Als die Kinder mit einem großen Plumps wieder auf dem Boden landen, zeigt der Bildschirm des an den Seismographen angeschlossenen Computers hohe Zickzackkurven – die Wellen der Erschütterung des Erdbebens.

Das Institut für Geophysik der Universität Münster hat seine Seismographen an Stationen auf der ganzen Welt stationiert. Christine Thomas nimmt die Kinder auf einer Bilderreise mit zur Station des Instituts in Marokko, die sehr deutlich das große Erdbeben in Japan 2011 anzeigte. An diesem Beispiel lernen die kleinen Studenten, wie zerstörerisch ein solches Beben sein kann. Karl (9) beobachtet entsetzt die Bilder der Riesenwelle des Tsunamis, die damals in Japan eine ganze Stadt wegspülte – und seufzt: „Gut, dass wir hier nur Hörsaal-Beben haben.“

Zum Thema

Bei der nächsten Kinderuni am 21. November um 16.15 Uhr im H1, Schlossplatz 46, beantwortet Neurowissenschaftler Prof. Michael Deppe die Frage: „Wie funktioniert Glück?“ Und er erklärt einen „sensationellen Trick unseres Gehirns“.



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