Fr., 07.11.2014

Als Geschäftsführer steht der Münsteraner Ulf Baranowsky an der Spitze der Spielergewerkschaft VdV Rückgrat der Fußballer

Dem Fußball eng verbunden: Ulf Baranowsky war selbst für SW Berlage, Adler Buldern und das Altherrenteam der SG Castrop aktiv.

Dem Fußball eng verbunden: Ulf Baranowsky war selbst für SW Berlage, Adler Buldern und das Altherrenteam der SG Castrop aktiv. Foto: VdV

Duisburg/ Münster - Der gebürtige Münsteraner Ulf Baranowsky hat in der Sportschule beruflich Wurzeln geschlagen – als Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV). Seit zehn Jahren vertritt der 40-Jährige die Interessen der Fußballer von der ersten Liga bis zur Regionalliga.

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Man darf Konflikte nicht scheuen, muss aber zugleich einen kühlen Kopf bewahren.

Ulf Baranowsky

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Innerhalb der VdV ist Ulf Bara­nowsky wie ein Libero im Einsatz – sein Aktionsradius ist umfangreich. Der Geschäftsführer agiert im operativen Bereich und ist „die Stimme nach außen“. So zählen Medienbetreuung, Kontaktpflege zu Kooperationspartnern und Projekt-Koordinationen aber auch Personalplanung sowie finanzielle Belange des Verbandes mit zu seinen Aufgaben. „Man muss für diese Tätigkeit eine große Leidenschaft mitbringen“, sagt er und merkt zugleich an, „dass eine hohe Frustrationstoleranz erforderlich ist, weil man längst nicht überall auf offene Ohren stößt“. Aber das hat Ulf Baranowsky nicht abgeschreckt. Positive Rückmeldungen haben ihn bestätigt, mit dem VdV den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Es ist einfach schön, wenn dank unserer Unterstützung Spieler wieder neue Perspektiven für sich sehen und in ein gutes Fahrwasser gelangen.“

Neben der menschlichen Nähe zu hilfesuchenden Mitgliedern in der VdV ist aber auch „eine professionelle Distanz zum Fußball-Geschäft erforderlich“, erklärt Baranowsky. Häufigere Konfliktfelder sind in der Arbeit des Vdv juristische Problemfälle zwischen Clubs, Beratern und Spielern wie Auseinandersetzungen über Vertragsstrafen und Lohn- sowie Prämienfortzahlungen. „Man darf Konflikte nicht scheuen, muss aber zugleich einen kühlen Kopf bewahren und sachlich bleiben, auch wenn sich solche Streitigkeiten oft auf emotionaler Ebene abspielen.“

Der Traum vom Profifußball ist verlockend, birgt aber auch Gefahren. „Jungen Spielern fehlt oft der vorausschauende Blick auf die Zeit nach dem Fußball und sie überschätzen sich sportlich.“ Deshalb hat sich die VdV zum Ziel gesetzt, „immer nah an den Nachwuchsspielern dran zu sein, Vertrauen zu schaffen und in diesem Bemühen nie nachzulassen“, sagt Baranowsky. Nach der aktiven Karriere haben gerade mal zehn Prozent der Profispieler finanziell ausgesorgt, rund ein Viertel ist hingegen abhängig von Leistungen Dritter, berichtet der VdV-Geschäftsführer weiter. „Die Trainerlaufbahn ist aufgrund der geringen Beschäftigungsgarantie ohnehin nur für Leute möglich, die eine Komfortzone genießen.“

Obwohl Ulf Baranowsky selbst eine Trainerausbildung absolviert hat, fühlt er sich aber als Sportfunktionär bei der VdV bestens aufgehoben.



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