Sa., 06.12.2014

Ende der 1. Staffel Auf jedes Ende folgt ein neuer Anfang: Das 12. New-Names-Konzert im Jovel

Ende der 1. Staffel : Auf jedes Ende folgt ein neuer Anfang: Das 12. New-Names-Konzert im Jovel

Rapper Vaust bereichterte das Konzert um ein selten gehörtes Genre. Foto: Gunnar A. Pier

Münster - Mit einem besonderen Abend endete am Freitag die erste Staffel der New-Names-Reihe im Jovel. Es spielten nicht nur ausnahmsweise vier Bands, sondern der Abend klang auch mit einer Open Stage aus. Und die führte zu ungewöhnlichen Begegnungen . . .

Von Uwe Renners

Mit weisen Sprüchen ist es ja generell so eine Sache. Aber in diesem Fall, darf man ruhig einmal Gebrauch davon machen. Wer am Samstagmorgen nach einem ziemlich grandiosen Abend das Jovel verlassen hat, der konnte sich getrost mit einem “Auf jedes Ende folgt ein neuer Anfang” vertrösten. Einen viel versprechenden  Vorgeschmack darauf gab es bereits.

Als „24 Ours“ um Eddie Mc Grogan, es war die 37. Band bei insgesamt zwölf New-Names-Konzerten, ihr letztes Lied gespielt hatten, da war bereits eine feste Regel der Konzert-Reihe gebrochen. „Normalerweise gibt es keine Zugaben. Heute wohl”, sagte Steffi Stephan und ließ den Schotten mit seiner Band noch einmal zu den Instrumenten greifen. Aber auch im Anschluss war noch nicht das Ende in Sicht. Ganz im Gegenteil, der eigentliche Höhepunkt kam und damit auch die Freude auf die nächste Staffel der New-Names-Konzerte im nächsten Jahr, deren Finanzierung gesichert ist. Altmeister Steffi Stephan ging selbst auf die Bühne und lud alle anderen anwesenden Musiker ein, es ihm gleich zu tun. Beim Open Stage, das im nächsten Jahr nach jedem Konzert stattfinden wird, griff der Bassist zur Gitarre, Rapper Vaust bewies, auch rockige Töne im Blut zu haben und Marius Zeigler ließ es sich nicht nehmen, mit seiner selbstgebauten Gitarre dem Altmeister zur Seite zu stehen. Ein krönender Abschluss und der Beweis, dass der Verein zur Förderung der Populären Kultur in Münster mit der New-Names-Reihe ein Format geschaffen hat, das nach einer Fortführung schreit. So laut, wie Rapper Vaust ins Mikro schrie - und für alle die nicht dabei waren – es war sehr laut.

Den Start hatte am Abend die Band FISCHER gemacht. Arnd Fischer, Daniel Kordts, Hendrik Post, Jörg Körner und Christian Heuck spielen bereits einige Jahre zusammen und zeigten, dass deutschsprachiger Rock neben melancholischen Tönen auch durchaus mal etwas härter sein darf.

Vor dem Auftritt von Rapper Vaust ging Steffi Stephan auf die Bühne und warb um Toleranz. „Es gibt ein blödes Kopfdenken, dass Musik in Schachteln gehört. Musik muss sich gegenseitig befruchten, das ist das Wichtigste für die Vielfalt“, sagte Stephan. Mit seinen Songs  „Glauben Zu Wissen“ und der Single „Breakdown“ begeisterte der münsterische Rapper und frisch gebackener Vater nicht nur seine Fanbase, sonder nahm auch eingefleischte Rockfans mit in die deutsche Hip-Hop-Szene. Schade, dass die Texte aufgrund der Akustik zum Teil nur schwer zu verstehen waren.   

Schnieke wurde es dann noch mit dem Quartett „The Esprits” aus Braunschweig . Ganz in schwarz mit grünen Hosenträgern durchaus ein Hingucker, gaben die Musiker von Beginn an richtig Gas und rockten mit ihren Songs das Jovel. Harte Gitarrengriffe und ein exzellenter Schlagzeuger machten die Indie-Rocker zum musikalischen Vergnügen.

So, wie den ganzen Abend, der wie gesagt, zwar ein Ende dokumentierte, dessen neuer Anfang aber schon festgeschrieben ist. Jeden zweiten Donnerstag im Monat wird es 2015 im Jovel wieder neue Namen geben. Und am Ende der Konzerte wird die Bühne frei sein für alle Musiker aus Münster, die Lust haben, vor einem wohlwollenden Publikum ihr Können zu zeigen.



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