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Fr., 12.12.2014

Karnevalisten zeichnen Schauspieler für sein Lebenswerk aus Oscar für Ottfried Fischer

 Bildtext: Oscar für einen begnadeten Schauspieler: Von links Willibert Pauels, Ottfried Fischer und Paohlbürger-Ehrensenat Heinz Seeger. Foto hpe

Oscar für einen begnadeten Schauspieler (v.l.): Willibert Pauels, Ottfried Fischer und Paohlbürger-Ehrensenatspräsident Heinz Seeger. Foto: hpe

Münster - 

Der Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer hat für sein Lebenswerk als „Bulle von Tölz“ und „Pfarrer Braun“ den Oscar der Karnevalsgesellschaft Paohlbürger bekommen. Es war ein besonderer Abend bei den Paohlbürgern fernab vom Konfetti-Klamauk, dafür aber mit viel menschlichem Tiefgang.

Von Helmut P. Etzkorn

„Wir Narren ehren einen begnadeten Serienstar, der seine Rollen nicht nur spielte, sondern lebte“, so Paohlbürger-Ehrensenatspräsident Heinz Seeger. Die Laudatio, gehalten vom Komiker und Oscar-Preisträger 2013 Willibert Pauels, ist ein Mix aus Büttrede und Hommage an einen Kollegen, der seit Jahren durch seine Parkinson-Erkrankung schwer gezeichnet ist.  

Pauels, der im Kölner Karneval seit Jahren zu den Top 10-Akteuren gehört und als Diakon sowie für das Domradio tätig ist, hat selbst schwere Zeiten hinter sich. Eine tiefe Depression schien vor zwei Jahren das Ende seiner Karriere zu bedeuten, inzwischen ist er als „Ne bergische Jung“ wieder zurück ins jecke Rampenlicht gekehrt. „Otti hat mir dabei geholfen, aus dem tiefen Tal herauszukommen“, meint Pauels. „Er hat mir beigebracht, wie man über den Dingen stehen und sie schließlich belächeln kann. Das hat geholfen“, so Pauels. Als Karnevalist im Schatten des Kölner Doms und praktizierender Katholik von der Kanzel kann Pauels wertschätzen, was Fischer in seinen elf ARD-Jahren als „Pfarrer Braun“ unvergleichlich gemacht hat. „Die Figur des Priesters wirkte bei dem genialen Schauspieler Fischer von innen. Er hat Verbrecher nicht nur aufgespürt, sondern ihnen vergeben. Er hat begriffen, was die Menschen in ihrer Sehnsucht antreibt und Religion gezeigt, wie sie sein soll“, so Pauels. 

In seinen manchmal schwer verständlichen Dankesworten zeigt sich Fischer „gerührt und unendlich dankbar“. „Komiker müssen auch im Dienste der Menschlichkeit stehen, sich für den Frieden einsetzen und ihre Seele sprechen lassen“, meint das bayerische Urgestein, dessen Vater in Paderborn geboren wurde und in Gelsenkirchen ein Fischgeschäft besaß. Man merkt Fischer an, dass ihm die Auftritte vor größerem Publikum nicht mehr leicht fallen. Aber man spürt auch, mit welchem Ehrgeiz er daran arbeitet, zumindest für ein paar Sekunden noch immer der große Otti  sein zu wollen. So, wie er noch immer von seinen Landsleuten im Süden der Republik geliebt und verehrt wird. Der Oscar, so versichert Fischer, bekommt einen Ehrenplatz zwischen „Deutschem Fernsehpreis“ und „Goldener Romy“. Ein besonderer Abend bei den Paohlbürgern fernab vom Konfetti-Klamauk, dafür aber mit viel menschlichem Tiefgang.

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