Di., 16.12.2014

Nach tödlichem Unfall Opfer soll in Gambia bestattet werden

Gesperrte Westfalenstraße: Hier kam Anfang Dezember ein 48-jähriger Mann ums Leben.

Gesperrte Westfalenstraße: Hier kam Anfang Dezember ein 48-jähriger Mann ums Leben. Foto: Oliver Werner

Münster-Hiltrup - 

Ein von Privatleuten initiierter Spendenaufruf soll der Familie helfen, die bei einem Verkehrsunfall Anfang Dezember den Vater verloren hat.

Von Dirk Anger

Elf Tage liegt der schwere Verkehrsunfall auf der Westfalenstraße zurück, bei dem ein 48-jähriger Mann aus Münster getötet worden ist. In dieser Woche soll das Opfer in seiner Heimat Gambia bestattet werden. Dorthin fliegt auch seine Familie, für die es im sozialen Netzwerk Facebook in den vergangenen Tagen einen Spendenaufruf gegeben hat.

Denn der Ehefrau und den Kindern allein, so heißt in dem Aufruf im Internet, fehlten die finanziellen Mittel, um nach Westafrika zu reisen. Die Überführung des Leichnams und anfallende Flugkosten werden demnach auf insgesamt rund 10 500 Euro beziffert. Deshalb werden Spender gesucht, wie zu lesen ist.

Unterdessen ist der Unfallhergang am 5. Dezember für die Polizei eigentlich geklärt. „Nach Zeugenaussagen ist der Reisebusfahrer bei Rot gefahren“, sagt Polizeisprecherin Angela Lüttmann auf Nachfrage. Dabei erfasste der Bus zwei Radfahrer, die aus der Meesenstiege kommend die Westfalenstraße in Richtung Merkureck überqueren wollten – einer davon war der 48-jährige Familienvater, der noch an der Unfallstelle verstarb. Schwer verletzt auf der Kreuzung wurde weiterhin eine 22-jährige Radfahrerin.

Ob die Akten dieses Falls schon auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft sind, vermochte Polizei-Sprecherin Lüttmann nicht zu sagen. Dort wird jedenfalls entschieden, ob und wegen welcher Vorwürfe sich der 45-jährige Reisebusfahrer aus Neuenburg im Landkreis Friesland vor Gericht verantworten muss. Möglich ist eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung.

Der 45-Jährige, der den ansonsten leeren Reisebus steuerte, erlitt nach dem Unglücksfall einen Schock und musste betreut werden. Im Zuge der damaligen Ermittlungen an der Unfallstelle durch die Polizei und einen hinzugezogenen Sachverständigen war die Westfalenstraße für mehr als drei Stunden für den Verkehr gesperrt.



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