Di., 13.01.2015

Buch zur Feuerwehr-Geschichte in Westfalen Gründerzeit der Feuerwehr

Im Buch ist ein altes Bild der ersten Feuerwehrschule Westfalens in Münster an der Bernhard-Ernst-Straße abgebildet.

Im Buch ist ein altes Bild der ersten Feuerwehrschule Westfalens in Münster an der Bernhard-Ernst-Straße abgebildet. Foto: Foto: hpe

Münster - 

In Münster wurden 1931 erstmals Feuerwehrleute organisiert geschult. Die Lehrgangsteilnehmer mussten gleiche Uniformen tragen und hatten von 7 bis 19 Uhr Unterricht.

Von Helmut Etzkorn

Von der gemeinsamen Mittagsverpflegung im Gasthof konnten sich die Schüler nur durch ein ärztliches Diät-Attest befreien lassen, in den Schlafsälen übernachtete fast die komplette Besatzung eines Löschzuges, und Landwirte brauchten nur in den Wintermonaten außerhalb der Erntezeit zur Schulung. Der Dienst begann jeweils um sieben Uhr mit einem Exerzieren, erst 19 Uhr war Freizeit.

In der ersten Feuerwehrschule Westfalens , eröffnet am 21. Juni 1931 in der alten Wache der Berufsfeuerwehr an der Bernhard-Ernst-Straße am Hafen, war die Ausbildung für die Brandschützer klar geregelt. Wie es damals in den Gründerjahren der organisierten Ausbildung für Wehrleute zuging, kann nun in einem Buch zur Feuerwehrgeschichte von 1891 bis 1934 nachgelesen werden.

Fast vier Jahren hat Autor Martin Lenski in historischen Unterlagen gewühlt, alte Urkunden abgelichtet, Protokolle gesichtet sowie Gesetze und Verordnungen dokumentiert. „Mein Ziel ist es, in der Gegenwart die Vergangenheit für die Zukunft zu erhalten“, so der 54-jährige Feuerwehrmann bei der Vorstellung des 400 Seiten starken Nachschlagewerks.

Zurück zur Feuerwehrschule, die noch heute unweit der Hafenstraße steht, inzwischen aber als Verlagsgebäude genutzt wird. Lehrgangsteilnehmer mussten damals einheitliche Kleidung ohne Rangabzeichen tragen. Die Dienstgrade sollten nicht erkennbar sein. „Ob ergrauter Oberbrandmeister, jugendlicher Wehrmann, Kind der Stadt oder Mann vom Land, alle wurden gleich behandelt. Das förderte damals die Kameradschaft“, sagt Lenski.

Dr. Klaus Schneider , Ehrenvorsitzender und Archivar des Verbandes der NRW-Feuerwehren, sieht im Buch einen „Lückenschluss in der Geschichtsschreibung der Feuerwehr “. Viele Sammlungen und Archiv sind laut Schneider im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Der nun vollendete Band mit vielen Bildern und Zeichnungen „macht die Feuerwehrgeschichte zu Kaiserzeit und Weimarer Republik wieder lebendig“. Aufgezeigt werden Liederbücher, Orden, Auszeichnungen, Kommando-Befehle, Signale zur Alarmierung sowie Satzungen.

Finanziert wird das dicke Buch von der Westfälischen Provinzial Versicherung. Vorstandsmitglied Stefan Richter: „Das war für uns als Partner der Feuerwehr Ehrensache.“

Wer sich für die westfälische Feuerwehrgeschichte interessiert, kann das Buch zum Preis von 25 Euro im Onlineshop bestellen. 



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2999305?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F