Do., 02.04.2015

“Es ist einfach zu gefährlich“ Polizei stellt Radfahr-Sicherheitstraining für Drittklässler ein

Tipps für Rad-Kids vermittelt Hauptkommissar Christoph Becker. Immer mehr Kinder sind unsicher unterwegs.

Tipps für Rad-Kids vermittelt Hauptkommissar Christoph Becker. Immer mehr Kinder sind unsicher unterwegs. Foto: hpe

Münster - 

Weil immer weniger Schüler ihr Fahrrad sicher im Straßenverkehr beherrschen, hat die Polizei ihre Radkurse für die dritten Grundschulklassen eingestellt.

Von Helmut Etzkorn

Weil immer mehr Grundschulkinder „motorische Probleme“ haben, hat die Polizei das Radfahr-Sicherheitstraining für die dritten Klassen mit sofortiger Wirkung eingestellt. „Es ist einfach zu gefährlich, weil die Kleinen oft zu unsicher auf dem Rad sind“, sagt Verkehrssicherheitsberater Klaus Laackman . Bislang wurden pro Schuljahr rund 4000 Drittklässler fortgebildet.

Hohes Frustrationspotenzial

Laackman: „Wir haben in den Trainingsstunden immer mehr Kinder zurücklassen müssen, weil es für sie zu gefährlich gewesen wäre. Die Betroffenen waren natürlich frustriert und haben geweint. Das wollten wir so nicht weiterführen.“

Problematisch ist auch, dass Eltern immer weniger Zeit haben, die gemeinsamen Trainingseinheiten zu begleiten. Warum die Kinder motorisch schlechter drauf sind, kann Laackman nur mutmaßen. „Vielleicht wurde früher mehr getobt, während heute die Kids in der Freizeit am Computer sitzen“, sagt er.

Fahrradprüfung wurde schon abgeschafft

Weil aber das Polizei-Training nicht im Schonraum einer Jugendverkehrsschule, sondern im öffentlichen Straßenverkehr stattfindet, will die Polizei natürlich auch nicht zu viel riskieren. „Wir wollen die Eltern auch nicht in der falschen Sicherheit wiegen, ihre Kinder könnten schon gut fahren“, so Laackman. Die früher mal an Schulen übliche Fahrradprüfung wurde ganz abgeschafft. Wohl auch, um die weniger mobilen Kinder nicht noch weiter zu frustrieren.

Vierte Klassen sind nicht betroffen

Die Polizei will nun die Problematik Mitte des Jahres auf einer Fortbildungsveranstaltung „Theorie trifft Praxis. Verkehrs- und Mobilitätserziehung in Schule und Ausbildung“ mit Pädagogen und Lehramtsstudenten besprechen. In jedem Fall soll dann die Verkehrssicherheitsarbeit für die Jüngsten modifiziert werden.

Nicht betroffen von der Einschränkung sind alle vierten Grundschulklassen. Die Polizei bleibt dort aktiv, aber auch die Verkehrswacht wird ihre Erstausbildung auf dem Übungsplatz am Heumannsweg in Münster weiter anbieten.

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„Wir haben in den Trainingsstunden immer mehr Kinder zurücklassen müssen, weil es für sie zu gefährlich gewesen wäre. Die Betroffenen waren natürlich frustriert und haben geweint. Das wollten wir so nicht weiterführen.“

Klaus Laackman, Verkehrssicherheitsberater

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