Di., 22.09.2015

Neues OP-Verfahren Implantat macht die Nase frei

Winzige Implantate helfen Patienten wie Franz Pohlmann, die nicht durch die Nase atmen können: Die Titanspangen werden in einer OP eingesetzt und sorgen dafür, dass die Engstelle auf Dauer erweitert bleibt.

Winzige Implantate helfen Patienten wie Franz Pohlmann, die nicht durch die Nase atmen können: Die Titanspangen werden in einer OP eingesetzt und sorgen dafür, dass die Engstelle auf Dauer erweitert bleibt. Foto: Bührke

Münster - 

In der HNO-Abteilung der Raphaelsklinik wird ein neues OP-Verfahren eingesetzt, bei dem eine Titanspange in die Nase eingesetzt wird, um Engstellen zu erweitern und die Nasenatmung zu erleichtern.

Von Martina Döbbe

Krumm oder knollig, dick oder schief – jede Nase hat ihre ganz eigene Form. Entscheidend aber ist, wie es drinnen aussieht. Denn Menschen, die eine verbogene Nasenscheidewand haben, können oft nur sehr schlecht durch die Nase atmen. So wie Franz Pohlmann . Um sich Linderung zu verschaffen, greifen Millionen Menschen zu abschwellendem Nasenspray: „83 Millionen Fläschchen wurden allein 2013 in Deutschland verkauft“, informiert Dr. Wolfgang Hermann . Der Hals-Nasen-Ohrenarzt hat einen anderen Wege gefunden, Betroffenen zu helfen: Er setzt ein winziges Implantat ein, und zwar an der sogenannten inneren Nasenklappe.

Pohlmann ist der erste Patient, der damit in Münster versorgt worden ist. Neben Berlin und München sei die Raphaelsklinik bundesweit die einzige Anlaufstelle für diesen Eingriff, berichtet Hermann, der das Verfahren bei einem Fachkongress kennengelernt hat. Der HNO-Arzt ist davon überzeugt: „Über 90 Prozent der Patienten berichten von einer deutlichen Verbesserung für ihre Nasenatmung“, laute die Bilanz dieser Methode, die sich „Breathe Implant“ nennt und die Prof. Daniel à Wengen (Schweiz) erfunden hat.

Franz Pohlmann ist froh, dass er endlich frei durch die Nase atmen kann. Lange Jahre hat der Münsteraner es anders erlebt: „Die Lebensqualität ist sehr eingeschränkt“, sagt er rückblickend. Heute ist das anders. Bei dem Eingriff wurde ihm die 0,5 Millimeter dicke und 170 Milligramm leichte Titanspange implantiert, die nun dafür sorgt, dass die Nasenklappenenge dauerhaft erweitert wird und so bleibt. Äußerlich ist den Nasen-Operierten nichts anzusehen. Titan sei dafür ein hervorragendes Material, betont der Fachmediziner. Es werde vom Körper nicht abgestoßen, bei Flughafenkontrollen, MRT- und CT-Untersuchungen gebe es keinerlei Probleme.

Der Eingriff selbst dauere etwa 45 Minuten, erklärt Dr. Hermann. Da zusätzlich zumeist auch eine Nasenscheidewandkorrektur vorgenommen werde, komme man insgesamt auf eine OP-Dauer von rund 90 Minuten. Eine Nacht bleiben die Patienten dann noch unter Beobachtung in der Klinik.

Ob krumm oder lang, dick oder knollig: Die Nasenform ist tatsächlich bei dieser OP egal. Und die Größe auch. „Es gibt das Implantat von XS bis XXL“, sagt Dr. Hermann. Da sei für jede Nase etwas Passendes dabei.



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