Do., 12.11.2015

Buchvorstellung Wilsberg liest Wilsberg: Leonard Lansink und Jürgen Kehrer im Cineplex

Buchvorstellung : Wilsberg liest Wilsberg: Leonard Lansink und Jürgen Kehrer im Cineplex

Darsteller und Autor (v.l.): Leonard Lansink und Jürgen Kehrer stellten im Cineplex den 19. Wilsberg-Roman vor. Foto: Gunnar A. Pier

Münster - 

Im Kino war "Wilsberg" schon häufiger, doch diesmal blieb die Leinwand verhängt: Im Cineplex trafen die Freunde des Kult-Krimis am Mittwochabend auf Leonard Lansink und Jürgen Kehrer - bei einer ungewöhnlichen Vorführung im Kinosaal.

Von Isabell Steinböck

„ Goldstück , mit dir hab ich nur Glück“, tönt es durch die Lautsprecher im gefüllten Saal des Cineplex, während Wilsberg-Darsteller Leonard Lansink und Krimiautor Jürgen Kehrer auf ihren Einsatz warten. Diese wunderbar schnulzige Liebes-Hymne ist Dreh- und Angelpunkt des 19. Wilsberg-Romans, der jetzt nach acht Jahren Pause erschienen ist. „ Ein bisschen Mord muss sein“ bedient neben der Musikbranche auch das Karnevals-Milieu. Als Premierenlesung hätte man daher keinen besseren Zeitpunkt wählen können, als der Befreiung von Münsters Morio am 11.11.

Das neue Wilsberg-Buch

Ganz in der Nähe des Cineplex stand auch Ina Paule Kling, Darstellerin der "Alex", neulich auf der Bühne. Bericht, Fotos und Video: hier.

Im Zentrum des Geschehens steht Wolf Schatz, ein alter Studienkumpel von Privatdetektiv Georg Wilsberg, ehemals Punkmusiker, später Schlagersänger. Eine skurrile Figur mit langen Haaren, getönter Brille und „lächerlicher Zipfelmütze“, der mit „Goldstück“ vor Jahren einen unvergessenen Hit landete. Nun ist der Erfolg abgeflaut, Schatz hat Spielschulden und „Schiss“ vor Boris, einem russischem Mafiosi, der 100 000 Euro fordert. Dem gealterten Wilsberg ist die Sache zwar nicht geheuer, aber unter einer Auftragsflaute leidend, erklärt er sich bereit, das Geld zu überbringen – vergeblich. Bevor der Privatdetektiv zur Tat schreiten kann, explodiert Schatz’ Sportwagen, inklusive Double, an Ort und Stelle. Kurz darauf detoniert eine weitere Bombe in der Schatz-Villa, Ehefrau Sonja kommt mit dem Schrecken davon.

Fotostrecke: Wilsberg: Die Krimi-Kultfigur aus Münster

Wer will das Paar töten? Und was hat das alles mit Prinz Thomas zu tun? Ein Sex-Video zeigt den Karnevalisten in peinlich-prekärer Lage gemeinsam mit Sonja. Und dann gibt es da noch Henning, den Fiedler, der „Goldstück“ selbst gern gesungen hätte und Wilsberg im Niemandsland der Eifel nach dem Leben trachtet . . .

Fotostrecke: Wilsberg-Lesung mit Jürgen Kehrer und Leonard Lansink im Cineplex-Kino Münster

„ Karneval war manchmal eine verdammt harte Angelegenheit“

Turbulent und auf humorvolle Weise grotesk wirkt dieser neue Wilsberg-Krimi, den Kehrer und Lansink mit verteilten Rollen lasen. Witzig, die Landfrauen-Szene, in der Prinz Thomas zur Schmuse-Musik Stimmung verbreiten soll („Karneval war manchmal eine verdammt harte Angelegenheit“). Und aufregend, als sich der Detektiv von Münsters Zoo über den Dortmund-Ems Kanal ins Ungewisse leiten lässt.

Mal feierlich, mal sympathisch-lässig

Kehrer und Lansink verstehen es, das Publikum in Bann zu ziehen. Wirkt der Autor eher feierlich, gibt sich der Schauspieler, alias Wilsberg, sympathisch-lässig, wenn er im Takt zur Musik im Sessel wippt, um nach actionreichen Szenen mit rauchiger Stimme festzustellen, dass er „wieder mal Glück“ gehabt hat. Ein Glückskind ist Wilsberg trotzdem nicht, und soll es auch gar nicht sein. Die Frage eines Zuschauers, ob Wilsberg denn auch mal sein Liebesglück – quasi seinen eigenen „Goldschatz“ – fände, beantwortet Lansink klar mit: „Nie. Das muss offen bleiben, ist einfach spannender.“



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