Anzeige

Di., 19.01.2016

Kochen im Krankenhaus Mit Schürze und Würze

Christiane Dorgeist, Stephanie Benker (v. l.) und Azam Athamna (r.) vom Clemenshospital geben den Teilnehmern des Kochkurses wichtige Tipps.

Christiane Dorgeist, Stephanie Benker (v. l.) und Azam Athamna (r.) vom Clemenshospital geben den Teilnehmern des Kochkurses wichtige Tipps. Foto: Clemenshospital

Münster - 

Mit einem speziellen Kochkursus werden Patienten im Clemenshospital auf die Nahrungszubereitung vorbereitet, die von Ernährungsexperten nach großen Operationen am Magern oder Darm bei einer Krebserkrankung empfohlen wird.

Fisch-Kartoffel-Curry, Hähnchenstreifen mit Rucolasoße oder Tomatensuppe mit Quarkklößchen, das klingt nicht nur lecker sondern wird sogar von Ernährungsexperten empfohlen, vor allem im Zusammenhang mit großen Operationen am Magen oder Darm nach einer Krebserkrankung. Solche Eingriffe haben die Teilnehmer eines speziellen Kochkurses der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Clemenshospitals bereits hinter sich. „Den Betroffenen wird zwar nach der Behandlung erklärt, welche Nahrung sie meiden sollten, praktische Tipps wie sie während eines solchen Kochkurses vermittelt werden, sind aber leider schwer zu finden“, berichtet die Initiatorin des Kurses, Petra Mühlenkamp.

Die Diätassistentinnen Stephanie Benker und Christiane Dorgeist leiten den Kochkurs und haben die Rezepte ausgewählt, heißt es in einer Pressemitteilung. Für medizinische Fragen ist der Oberarzt Azam Athamna als Ansprechpartner dabei. Die Nahrung darf weder blähen noch schwer verdaulich sein, sollte weder stopfend noch abführend wirken. Das klingt nach Verzicht und spartanischer Küche. Der würzige Duft, der nach kurzer Zeit in der Luft der Küche des Zentrums für ambulante Rehabilitation liegt, spricht allerdings eine andere Sprache. Der Kochkurs ist eine Premiere. „und wir hoffen, dass nichts anbrennt“, wie Benker lachend bemerkt.

Gemeinsam zu kochen hat auch einen sozialen Aspekt. Die Gedanken an die Krankheit treten in den Hintergrund, nach kurzer Zeit mischen sich die kulinarischen Wohlgerüche mit dem Lachen und Plaudern der Köchinnen und Köche. Athamna, der an diesem Abend die Schürze des Chirurgen mit der des Kochs getauscht hat, begeistert mit den Würzkünsten seiner Heimat Gaza. Rita und Horst Beckgerd nehmen gemeinsam an dem Kursus teil, obwohl nur die Ehefrau erkrankt war. „Ich stelle mich beim Kochen und Essen auf die Bedürfnisse meiner Frau ein, das ist wirklich das kleinste Problem“, berichtet der Ehemann.

Beim Essen stellt sich heraus, dass bei allen Teilnehmern die Krebserkrankung Auswirkungen auf die Lebensgewohnheiten hat. Wesentlich bewusster wird nun beim Einkauf auf die Qualität der Lebensmittel geachtet, lieber seltener Fleisch gegessen aber dafür besseres, oft aus dem Bioladen.

Zum Thema

Der Kochkurs für Patienten des Clemenshospitals soll zukünftig regelmäßig zweimal im Jahr stattfinden, Interessierte können sich bei Petra Mühlenkamp, Telefon 02 51/ 9 76 23 51 anmelden.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3746828?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F