Do., 21.01.2016

Frauke Petry Gut Havichhorst sagt AfD-Veranstaltung ab

Frauke Petry 

Frauke Petry  Foto: dpa

Münster - 

Gut Havichhorst hat die geplante AfD-Veranstaltung mit der Vorsitzenden Frauke Petry kurzfristig abgesagt. Sicherheitsgründe seien dafür ausschlaggebend gewesen. Weitere Informationen in Kürze.

Gegen die AfD-Veranstaltung mit Frauke Petry am Donnerstagabend auf Gut Havichhorst hat sich eine Gegendemo angekündigt.

Die AfD Münster und die AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" hat die die AfD-Bundessprecherin Frauke Petry in das Gutshaus Havichhorst in Sudmühle eingeladen. Eine Gegendemo beginnt an der Bushaltestelle Sudmühlenstraße um 18 Uhr. Neben einem kurzen Demonstrationszug ist eine Kundgebung geplant.

Die bisherigen Rückmeldungen über die sozialen Netzwerke seien überwältigend, so die Veranstalter. Wer mit dem ÖPNV anreist (Linie 7 und Schnellbus 50), sollte frühstmöglich anreisen. Es wird kalt: Die Organisatoren empfehlen möglichst winterfeste Kleidung.

Wer – wie Frauke Petry und die AfD – gegen Menschen anderer Herkunft, Religion, Hautfarbe oder sexueller Orientierung hetze, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter, treffe auf Widerstand. Die AfD lasse keine Gelegenheit aus, gegen Geflüchtete zu hetzen. Zuletzt forderte AfD-NRW-Vorsitzende Marcus Pretzell die Grenzbehörden auf, an den Außengrenzen als Ultima Ratio auf Geflüchtete zu schießen.


Stellungnahmen der anderen Parteien in Münster

Gemeinsame Erklärung: „Petry ist nicht willkommen“

SPD, Grüne und Piraten in der Bezirksvertretung Münster-Ost haben in einer gemeinsamen Erklärung klargestellt, dass die AfD-Bundessprecherin Frauke Petry in Münsters Osten nicht willkommen ist. Sie protestieren „auf das Entschiedenste gegen den Auftritt dieser rechtspopulistischen Partei und ihrer Vorsitzenden in unserem Stadtteil“. Die AfD habe sich in den letzten sechs Monaten immer weiter in die rechte Ecke begeben und scheue vor rassistischen und menschenverachtenden Aussagen nicht mehr zurück. Gerade Frauke Petry hält sich nicht mit Hasstiraden gegen Menschen anderer Herkunft, Religion, Hautfarbe oder sexueller Orientierung zurück und begebe sich dabei, wie die gesamte AfD, ins politische Abseits.

Grüne: „Kein Platz für Hass“

Die GrünenFraktion im Stadtrat, Landtags-Abgeordnete Josefine Paul, Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink sowie der Grünen-Kreisverband rufen alle Münsteraner auf, sich am Donnerstag an der Demonstration gegen den Besuch von AfD-Chefin Frauke Petry zu beteiligen. „Für Hass und Hetze ist kein Platz in Münster. Zeigen wir als Stadtgesellschaft Gesicht für ein buntes und weltoffenes Münster und gegen dumpfe Parolen und rassistische Hetze“, heißt es in einer Erklärung. Petry habe nicht zuletzt durch ihren Schulterschluss mit Pegida gezeigt, dass die AfD eine rechte Partei sei, die gewalttätigen Nazis eine Plattform biete.

Linke: „AfD ist extrem rechts“

Scharfe Kritik am Besuch von AfD-Chefin Petry übt auch Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter der Linken. „Die AfD ist eine extrem rechte Partei im bürgerlichen Gewand. Nach außen gibt sie sich als friedfertig, doch immer wieder werden am Rande von AfD-Demonstrationen Linke und Andersdenkende gewalttätig angegriffen.“ Die AfD sei zum Sammelbecken für Neonazis und rechte Schläger geworden. Frauke Petry halte der „Entwicklung der AfD zu einer offen faschistischen Partei nichts entgegen“.

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