Do., 21.01.2016

Rosenmontag in Münster Mehr Polizei, aber keine Panik

Letzte Schräubchen für das närrische Gefährt: Wie hier in der Wagenbauhalle auf der Loddenheide laufen die Vorbereitungen der Gesellschaften für Rosenmontag auf Hochtouren. Ludwig Harbaum prüft noch mal die Befestigungen.

Letzte Schräubchen für das närrische Gefährt: Wie hier in der Wagenbauhalle auf der Loddenheide laufen die Vorbereitungen der Gesellschaften für Rosenmontag auf Hochtouren. Ludwig Harbaum prüft noch mal die Befestigungen. Foto: hpe

Münster - 

Der Bürgerausschuss Münsterscher Karneval muss für den Rosenmontagsumzug kein erweitertes Sicherheitskonzept einreichen. Inzwischen steht der Umzug fest. Die Polizei will präsenter sein.

Von Helmut P. Etzkorn

Beim Rosenmontagszug am 8. Februar wird es angesichts der allgemeinen Bedrohungslage eine deutliche stärke Polizeipräsenz mit uniformierten Beamten und Kräften in Zivil besonders im Bereich Prinzipalmarkt geben. Generelle Personenkontrollen, zusätzliche Absperrungen oder Änderungen beim städtischen Sicherheitskonzept sind nicht vorgesehen.

„Wir wollen, dass die Menschen am Rosenmontag unbeschwert feiern können“, sagt Polizeisprecher Roland Vorholt. Deshalb wird es auch keine generellen Sanktionen geben. Tipps wie von der Polizei in Köln, wo Kinder nicht als Cowboys mit Pistole kommen und Erwachsene besser keine Dschihadisten-Verkleidung tragen sollen, will die Polizei in Münster bewusst nicht geben. „Der Bürger ist intelligent genug, selbst zu beurteilen, was angemessen ist“, so Vorholt.

Auch der beim Bürgerausschuss Münsterscher Karneval für den „Lindwurm der Freude“ verantwortliche Zugkommandant Gerd Meier hält nichts von einer Panikmache. „Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass es nicht friedlich bleibt. Aber ein Umzug, der sich 4,5 Kilometer durch Münster zieht, ist auch keine geschlossene Veranstaltung, die man umzäunen kann“, so Meier. Deshalb werde es Kontrollen „sporadisch und anlassbezogen“ zwar geben, mehr aber auch nicht. Bei gutem Wetter werden über 100 000 Besucher zum Umzug erwartet.

Inzwischen hat Meier den Zugplan fertig. Insgesamt 111 Wagen, Fußgruppen und Kapellen gehen am 8. Februar ab 12 Uhr vom Schlossplatz aus an den Start, etwas weniger als vor einem Jahr. Lokale Themen sind wieder dünn gesät. Witte Müse und Leydensgenossen beschäftigen sich mit dem Thema Tempo 30 in der City, der Damenwagen des Bürgerausschusses kümmert sich schon mal um die Skulptur Projekte 2017, und die KG Soffie von Gievenbeck hat ihren Wagen „Neuer Wind am Mühlenhof“ getauft. Der Coerder Carnevals Club beschäftigt sich mit den Dauerbrennern Preußen-Stadion, Umgehung und Hafenentwicklung, und auf dem Stadtmusikanten-Wagen der Narrenfreude Hiltrup dreht sich alles um das Original Onkel Willy.

Straßenkarneval im Überblick

Die fünf närrischen Umzüge in Münster

Erfreulich ist für Meier, dass wieder mehr Fußgruppen an den Start gehen, so beispielsweise die Blindenhörbücherei „Anders sehen, blinde Kühe außer Rand und Band“ sowie die Jugendhilfe St. Mauritz mit „St. Mauritz unter dem Meer“.

Gebaut wird in den Hallen schon kräftig. In der kommenden Session wird es eine einschneidende Änderung geben: Der Bürgerausschuss hat den Mietvertrag mit der großen Wagenbauhalle auf der Loddenheide gekündigt, weil immer weniger Gesellschaften dort ihr Rosenmontagsgefährt unterstellen. Künftig müssen die Vereine und die Prinzengarde also selbst klären, wo sie ihre Wagen abstellen. Der Bürgerausschuss hat für seine drei Fahrzeuge eine kleinere Halle in Sudmühle angemietet, die im Herbst bezogen wird.

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Google-Anzeigen


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3752857?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F