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Sa., 23.01.2016

Novum beim Kramermahl Alte Tradition mit moderner Geste: Pokalträgerin ist erstmals eine Frau

Die Pokale von Kaufmannschaft und Stadt, das Silberschiff und den Goldenen Hahn (hier beim Kramermahl 2015), werden beim diesjährigen Kramermahl Katharina Schaffstein (Foto unten) und Philipp Krüger in den Saal tragen.

Die Pokale von Kaufmannschaft und Stadt, das Silberschiff und den Goldenen Hahn (hier beim Kramermahl 2015), werden beim diesjährigen Kramermahl Katharina Schaffstein (Foto unten) und Philipp Krüger in den Saal tragen. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die Choreografie beim Kramermahl ist seit Jahrzehnten gleich. Diesmal ist erstmalig eine Frau unter den Pokalträgern. Die Ehre haben Katharina Schaffstein und Philipp Krüger.

Von Karin Höller

Die Choreografie beim altehrwürdigen Kramermahl ist minutiös geplant und seit Jahrzehnten gleich. In diesem Jahr gibt es indes ein Novum. Erstmals ist einer der beiden Pokalträger, die die Insignien von Kaufmannschaft und Stadt in den Saal tragen dürfen, eine Frau.

Die junge Unternehmerin Katharina Schaffstein wird gemeinsam mit Philipp Krüger das Silberschiff der Kaufmannschaft und den Goldenen Hahn nach dem Hauptgang des Kramermahls zum Vorstandstisch bringen, um den Höhepunkt der Zeremonie einzuleiten. Die Entscheidung des Vereins der Kaufmannschaft zu Münster von 1835 „hat mich überrascht, aber auch sehr gefreut“, sagt Katharina Schaffstein (33). Und den Vereinsvorsitzenden freut, dass sich immer mehr Frauen in den Führungsetagen der Unternehmen befinden und somit auch beim Kramermahl ihre Betriebe repräsentieren. „Rund zehn Prozent der 350 Gäste sind inzwischen Frauen, und wir hätten nichts dagegen, wenn es deutlich mehr würden“, ermuntert Matthias Lückertz. Eine Frau als einen der beiden Pokalträger aus dem Kaufmanns-Nachwuchs zu bestimmen, wertet er daher als „schöne Geste“.

Für die Junior-Geschäftsführerin des Unternehmens Herber & Petzel ist die Teilnahme am Kramermahl seit Jahren gang und gäbe und gesellschaftliches Engagement kein Neuland. Bei der Besten-Ehrung der Indus­trie- und Handelskammer und des Vereins der Kaufmannschaft hatte Katharina Schaffstein im Herbst vergangenen Jahres die Festrede gehalten.

Die 33-Jährige hält viel von interdisziplinären Erfahrungen. Sie selbst habe zunächst Kunstgeschichte studiert, sich als Golflehrerin ausbilden lassen, anschließend in Hamburg Medienmanagement studiert und danach berufsbegleitend den Master of Business Administration gemacht. Im elterlichen Unternehmen managt sie den Personalbereich „von der Einstellung über die Abrechnung bis zur Betreuung der Azubis“ und ist für das Marketing zuständig. Betriebliche Abläufe „sind mir von Kindesbeinen an vertraut“, sagt sie.

So geht es auch Philipp Krüger, dessen Vater Ulrich Krüger die Geschäfte der TON Gesellschaft für Objekteinrichtungen führt. Sohn Philipp kommt für seine ehrenvolle Pokalträger-Aufgabe beim Kramermahl extra aus der Schweiz angereist. Bei einem internationalen Wohn- und Büromöbelhersteller sammelt er derzeit wichtige Erfahrungen „über das Projektmanagement internationaler Hersteller“, wie er sagt. Für den 27-Jährigen ist seine Rolle beim Kramermahl, dessen Besuch für ihn ohnehin eine Premiere ist, „ein sehr spannender Auftakt des Jahres“. Smoking und weiße Handschuhe liegen schon bereit.

Auf anderem renommierten Parkett hat er sich bereits Sporen verdient. Nach dem Wirtschaftsingenieurwesen-Studium „habe ich bei BMW in München Konzernerfahrung gesammelt“. Dort habe er auch seine Bachelor-Arbeit geschrieben – ein Programm zur Auswertung von Fahrzeugdaten für ein verbessertes Produktmanagement. In der Schweiz befasst er sich derzeit mit „einer strategischen Ausrichtung von Vertriebskanälen“ – Erfahrungen, von denen er auch im elterlichen Betrieb zehren kann.

Beim Kramermahl wird er zudem in einen weiteren wichtigen Bereich schnuppern: Netzwerke unter Unternehmern zu knüpfen. Zwischen Grünkohl und Pumpernickel bleibt nämlich viel Zeit für gute Gespräche.



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