Sa., 23.01.2016

Frauenhaus sucht neue Immobilie Erschreckende Gewalt gegen Frauen

Keine Seltenheit: Frauen, die Opfer von Partner-Gewalt werden.

Keine Seltenheit: Frauen, die Opfer von Partner-Gewalt werden. Foto: dpa

Münster - 

Das Frauenhaus sucht nach einer neuen Immobilie. Seine Arbeit sei nach wie vor wichtig, da die Gewalt gegen Frauen in den vergangenen Jahre nicht abgenommen habe, betonen die Mitarbeiter.

Von Martin Kalitschke

25 Jahre nach der Eröffnung des Frauenhauses Münster macht sich bei den Mitarbeiterinnen Ernüchterung breit. „Als wir anfingen, hatten wir die Hoffnung, dass Gewalt gegen Frauen durch ihre Partner zurückgehen wird. Doch das ist nicht der Fall“, sagt Barbara Krieger. Der Andrang in der Einrichtung sei „unvermindert hoch“, die Arbeit des fünfköpfigen Teams bleibe daher wichtig, so Krieger.

Um diese zeitgemäß fortsetzen zu können, möchte die vom Verein Frauenhaus und Beratung getragene Einrichtung nun in eine neue Immobilie umziehen. Wie die aussehen sollte, trugen Barbara Krieger und Ursula Saatz in dieser Woche im Sozialausschuss vor. Dieser beauftragte die Verwaltung, das Frauenhaus bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie zu unterstützen.

3000 Frauen und deren Kinder wurden in den vergangen 25 Jahren vom Frauenhaus betreut, berichtet Barbara Krieger. Für Frauen, die ihr Zuhause verlassen müssen, damit sie nicht mehr ihrem gewalttätigen Partner ausgeliefert sind, gibt es im Frauenhaus 16 Plätze in sechs Zimmern. Manche leben nur einige Wochen hier, andere etliche Monate – bis sie eine neue Wohngelegenheit gefunden haben.

Krieger berichtet von einer Studie, wonach Experten davon ausgehen, dass jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Partnergewalt wird – körperlicher, seelischer oder sexueller Art. „Nach wie vor werden auch in Münster Frauen misshandelt und erniedrigt, mit Worten oder durch Taten“, so Krieger.

Das Frauenhaus will solchen Frauen helfen, gewährt ihnen Unterschlupf, stellt Kontakt zu Ärzten, Jugendamt, Polizei her. Im aktuellen Frauenhaus sei es mittlerweile zu eng, es gebe nur zwei Bäder und eine Küche und für alle Mitarbeiter nur einen Raum. Der Verein hofft nun auf die Stadt – oder Hausbesitzer, die nicht zu viel Miete verlangen.



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