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Sa., 23.01.2016

Senioren erhalten eine Wohnungskündigung Senioren müssen ausziehen

Spätestens bis Ende des Jahres sollen 33 Bungalows für betreutes Wohnen auf dem Areal des Altenzentrum Klarastift geräumt sein, dann sollen neue Gebäudekomplexe errichtet werden.

Spätestens bis Ende des Jahres sollen 33 Bungalows für betreutes Wohnen auf dem Areal des Altenzentrum Klarastift geräumt sein, dann sollen neue Gebäudekomplexe errichtet werden. Foto: Oliver Werner

Münster - 

33 Bungalows auf dem Areal des Altenzentrums Klarastift sollen im kommenden Jahr abgerissen werden. Dafür müssen aber zunächst die bisherigen Mieter ihre Wohnungen räumen. Die zum Teil hochbetagten Menschen haben jetzt Angst.

Von Gabriele Hillmoth

Aufregung herrscht unter den Bewohnern von 33 Bungalows im Altenzentrum Klarastift. Den betroffenen Mietern des betreuten Wohnens liegt eine Kündigung vor. Bis Ende des Jahres sollen die teilweise hochbetagten Frauen und Männer, von denen viele schon jahrelang an der An­dreas-Hofer-Straße wohnen, ihre Bungalows räumen. Die Wohn- und Stadtbau als Verwalterin und die Pfründnerhausstiftungen als Eigentümerinnen der Immobilien versprechen den Mietern „jede Hilfe“. Beide betonen: „Wir lassen niemanden alleine.“ Von Auszugs- und Einzugshilfen ist die Rede. Im Idealfall.

Die Bausubstanz der Bungalows sei alt, sagt Sebastian Albers von der Wohn- und Stadtbau Münster. Es gebe in den Bungalows massive Probleme mit Feuchtigkeit, begründet die Verwaltung diese Maßnahme. Die Gebäude sollen darum im nächsten Jahr abgerissen werden und Platz machen für neue Komplexe – mit rund einem Drittel mehr Wohnraum als bisher, so heißt es.

Wie Sebastian Albers betont auch Christine Westphal von der Stiftungsverwaltung, dass sie um die Problematik für die Senioren wüssten. Der Entschluss, neu zu bauen, sei über viele Jahre gereift. Intern sei bereits ein Vermietungsstopp verhängt worden, um betroffene Mieter bei der Vergabe von Wohnungen berücksichtigen zu können.

Die Kündigungen mussten nach Angaben der Stiftungsverwaltung formal ausgesprochen werden. „Aber niemand wird auf die Straße gesetzt“, sagt Christine Westphal.

Die Bewohner machen sich dennoch große Sorgen. Am Freitagnachmittag wurden sie über das Projekt informiert. Man sei bestrebt, die Bewohner nicht alleine mit ihren Sorgen zu lassen, betont Angelika Walter. Sie kümmert sich im Altenzen­trum um die Vergabe des betreuten Wohnens und ist erste Ansprechpartnerin für die Senioren. „Ich kenne die Sorgen und Nöte und weiß, wie schwierig es für die Menschen ist.“ Die Betroffenen, sagt Angelika Walter, seien keine Akten sondern Menschen, die innerhalb des Altenzentrums ihren Alltag strukturiert haben.

Eine Bewohnerin soll aufgrund der Aufregung ins Krankenhaus gekommen sein, betont die Tochter einer betroffenen Seniorin. Jahrelang habe ihre Mutter auf der Warteliste gestanden, dann sei sie umgezogen. Jetzt soll sie wieder ausziehen? Die Tochter ist skeptisch, ob alle Versprechungen eingehalten werden. 



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