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Do., 28.01.2016

Bilanzpressekonferenz: Online-Banking auf dem Vormarsch Sparkasse krempelt Filialnetz um

Vorstandsvorsitzender Markus Schabel legte am Donnerstagmittag die Pläne für Münsters Sparkassen-Filialstruktur der Zukunft vor.

Vorstandsvorsitzender Markus Schabel legte am Donnerstagmittag die Pläne für Münsters Sparkassen-Filialstruktur der Zukunft vor. Foto: Oliver Werner

Münster - 

(Aktualisiert) Die Sparkasse Münsterland Ost steht vor einem umfangreichen Umbau der Filiallandschaft in Münster und dem Kreis Warendorf. Das gab Vorstandsvorsitzender Markus Schabel bei der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Von Ralf Repöhler

Die Sparkassen-Filialen am Fernmeldeturm, Uppenberg, Geringhoffstraße, Hiltrup-Ost sowie der SB-Standort in Wolbeck-West müssen in den sauren Apfel beißen. Vorstandsvorsitzender Markus Schabel begründete ihre Schließung möglicherweise bereits ab dem Jahr 2017 – sowie das Aus für weitere zwei Standorte in Ahlen – bei der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse Münsterland Ost am Donnerstag unter anderem mit den in Zukunft dramatisch sinkenden Erträgen wegen des anhaltenden Niedrigzinsniveaus und der fortschreitenden Digitalisierung.

Allerdings: Von den 37 Standorten, die die Sparkasse zukünftig in Münster vorhalten wird, werden 14 zu größeren Beratungs-Zentren aufgewertet, wo umfangreiche Serviceleistungen abgerufen werden können. Diese werden neben der City-Filiale auch in Innenstadt-Stadtteilen wie Geist, Mauritz oder an der Piusallee, aber auch in Handorf, Hiltrup oder Kinderhaus zu finden sein. Neben zusätzlich vier Filialen und drei Zweigstellen mit eingeschränkten Öffnungszeiten werden 16 SB-Standorte entstehen.

Online-Angebot

Beratung per Videokamera und Co: Sparkasse Münsterland Ost will  digitale Beratungsangebote ausbauen.

Die Entscheidung, das Filialnetz bis zum Jahr 2020 umfangreich umzubauen, sei in den Gremien einvernehmlich gefallen. Sie wird Auswirkungen für die meisten der rund 500 Sparkassen-Mitarbeiter im Filialbetrieb haben, die am Mittwoch informiert worden sind und mit denen bis Ende März in Betriebsgesprächen individuelle Lösungen erarbeitet werden sollen.

80 Stellen im Filialbereich sollen im Jahr 2020 durch Fluktuation und Altersteilzeit-Regelungen wegfallen. „Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben“, betonte Schabel.

Unterm Strich rechnet der Vorstand mit Mehrerträgen von jährlich zehn Millionen Euro, wenn die neue Filialstruktur in fünf Jahren steht. Geld, das Münsters größtes Geldinstitut für die Bilanzen der kommenden Jahre gut gebrauchen kann. Denn die anhaltende Niedrigzinsphase bereitet Kopfzerbrechen. „Wenn die Zinsen abgeschafft sind, bricht uns eine unserer Hauptertragsquellen weg“, sagte Schabel. Er rechnet damit, dass das Betriebsergebnis in fünf Jahren um 35 Prozent sinken wird.

Kommentar

Für die Schließung der Standorte gibt es gute Gründe, meint WN-Redakteur Ralf Repöhler in seinem Kommentar. Doch die große Herausforderung für die Zukunft werde sein, dass die Sparkasse die Nähe zum Kunden nicht zu verlieren.

Hinzu kommen die ständig steigenden regulatorischen Auflagen aus Brüssel. Schabel beziffert den Aufwand für die Sparkasse mit vier bis fünf Millionen Euro pro Jahr, „Tendenz steigend“. Beschleunigt werden die Veränderungen auch durch die Demografie (mit den Folgen Fachkräftemangel, weniger Bedarf an Bankprodukten) und die Digitalisierung. Die Hälfte aller Kunden habe bereits ein Online-Konto. „Immer mehr wünschen sich einen Zugang, der nicht über die Filiale geht. Darauf müssen wir reagieren“, sagte Schabel.

Sechs Millionen Euro werden bis 2020 in mediale Zugangswege investiert, um dem Zielbild der „kundenzentrierten Multikanal-Sparkasse“ gerecht zu werden.

Fördermittel gehen um eine Viertel Million Euro zurück

1300 Vereine und Veranstaltungen hat die Sparkasse Münsterland Ost im vergangenen Jahr gefördert. Wie Vorstandsvorsitzender Markus Schabel bei der Bilanzpressekonferenz auf Anfrage bestätigte, wird das Sponsoring in einer bisherigen Höhe von 3,6 Millionen Euro um 250 000 Euro im Jahr zurückgehen. „Wir müssen auch in diesem Bereich Anpassungen vornehmen“, begründete Schabel die Entscheidung. Auch bei der Eigenwerbung werde das Geldinstitut den Rückwärtsgang einlegen. „Wir werden uns ein Stück weit aus der öffentlichen Werbung zurückziehen.“ Die anhaltende Niedrigzinsphase, die die Erträge sinken lasse, und die steigende Regulatorik, die hohe Kosten verursache, zwingen die Sparkasse zum Handeln, heißt es.

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