Sa., 30.01.2016

Geburtshilfe Bloß kein Betrieb wie am Fließband

Der neue Chefarzt Dr. Nikolaos Trifyllis (v.l.) , Oberärztin Dr. Anke Höwels und die leitende Hebamme Jutta Rath betreuen die hochschwangere Nirusha Selvarathnan in Kreißsaal 6.

Der neue Chefarzt Dr. Nikolaos Trifyllis (v.l.) , Oberärztin Dr. Anke Höwels und die leitende Hebamme Jutta Rath betreuen die hochschwangere Nirusha Selvarathnan in Kreißsaal 6. Foto: kv

Münster - 

Die Geburtenstatistik zeigt, dass Masse am Franziskus-Hospital durchaus eine Rolle spielt. Im Jahr 2015 war das Krankenhaus auf der aktuell veröffentlichten sogenannten „Milupa-Liste“ die Klinik mit den drittmeisten Geburten in Nordrhein-Westfalen.

Von Karin Völker

Nirusgha Selvarathan ist an den Wehenschreiber angeschlossen. Der errechnete Geburtstermin für ihr Kind ist schon vorüber – aber das Baby zeigt immer noch keine Anstalten auf die Welt zu kommen. Hebamme Jutta Rath beruhigt die werdenen Eltern in Kreißsaal 6 des Franziskus-Hospitals: „Es ist alles in Ordnung, sie können getrost noch geduldig warten.“

Im Kreißsaal ist das Licht gedämpft, eine Badewanne steht zur Entspannung, bei Bedarf auch zur Wassergeburt in einer Nische des Raums, auch auf dem Gang draußen ist es ruhig. Vier Babys sind an diesem Dienstagvormittag schon in den sechs Kreißsälen des Franziskus-Hospitals zur Welt gekommen. „Es ist uns wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse der Frauen einzugehen“, erklärt Geschäftsführer Burkhard Nolte. Es solle niemals der Eindruck entstehen, hier herrsche Massenbetrieb.

Dabei zeigt die Geburtenstatistik, aufgeschlüsselt nach Krankenhäusern, dass Masse am Franziskus-Hospital durchaus eine Rolle spielt. Im Jahr 2015 war das Krankenhaus auf der aktuell veröffentlichten sogenannten „Milupa-Liste“ die Klinik mit den drittmeisten Geburten in Nordrhein-Westfalen. 2337 waren es genau, „manchmal bis zu zwölf an einem Tag“, sagt Oberärztin Dr. Anke Höwels.

Sie und das gesamte Team der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie am Franziskus-Hospital haben seit Jahresbeginn mit Dr. Nikolaos Trifyllis einen neuen Chef. „Mir geht es nicht um Rekorde“, sagt der Arzt. Er legt Wert darauf, „dass die Frauen sich bei uns im Franziskus-Hospital ganzheitlich behandelt wissen“.

Besonders wichtig ist Trifyllis dafür „die Kontinuität im Team“. Und die personelle Besetzung sei „sehr stabil“ – ein wesentlicher Grund für den 43-jährigen Mediziner in der Nachfolge des langjährigen Chefs Dr. Heinz Albers, nach Münster zu wechseln, wie er sagt.

Um 8,5 Prozent hat das Franziskus-Hospital 2015 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl seiner Geburten gesteigert, viele der in der Statistik aufgeführten Krankenhäuser haben so hohe, mitunter sogar zweistellige Zuwachsraten. „Eine Folge der Konzentration in der Krankenhauslandschaft“, sagt Verwaltungschef Nolte. Viele kleinere Krankenhäuser im Umland Münsters oder einzelne Geburtsabteilungen haben in jüngerer Vergangenheit geschlossen.

Das Clemenshospital (1262 Geburten, Platz 39 der Milupa-Liste) hat seine Vorjahreszahl sogar um 12,98 Prozent gesteigert, das Universitätsklinikum (1317 Geburten, Platz 37) um 12,47 Prozent.

Das Franziskus-Hospital registriert zunehmend Eltern, die zur Geburt aus dem Umland Münsters kommen. „Das ist eine von der Gesundheitspolitik gewollte Entwicklung“, erläutert der Geschäftsführer. Viel Erfahrung und die Anbindung an eine kinderärztliche Abteilung sind dabei die wichtigste Voraussetzungen.

Das St.-Franziskus-Hospital ist, wie das Universitätsklinikum Münster auch, ein sogenanntes zertifiziertes „Perinatal-Zentrum Level 1“. Das bedeutet, dass hier auch frühgeborene Babys mit Gesundheitsproblemen nach hochmodernen Standards direkt vor Ort medizinisch versorgt werden können.

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