Fr., 29.01.2016

Geburtshilfe „Normale Entbindung angenehmer“

Friedlich schlummert Lucy, die normal entbunden wurde, auf dem Arm ihrer Mutter Christina Baumeier. Sie lobt die Begleitung der Hebammen. Im Bild mit Julia Horstmann (r.) und Lena Althoff (l.) sowie Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik am Clemenshospital.

Friedlich schlummert Lucy, die normal entbunden wurde, auf dem Arm ihrer Mutter Christina Baumeier. Sie lobt die Begleitung der Hebammen. Im Bild mit Julia Horstmann (r.) und Lena Althoff (l.) sowie Dr. Rüdiger Langenberg, Chefarzt der Frauenklinik am Clemenshospital. Foto: mm

Münster - 

Lucy ist da. Ein wonniges Baby. Kerngesund und bildhübsch. Lucys Mami ist überglücklich, dieses kleine Bündel Mensch im Arm zu halten. Die Kleine ist ihr zweites Mädchen. Es hat sich am 20. Januar im Clemenshospital ganz natürlich durch den Geburtskanal gezwängt. Dagegen kam ihre große Schwester Fanny vor zwei Jahren per Kaiserschnitt auf die Welt.

Von Maria Meik

Christina Baumeier – die ihr Familiennest in der Nähe von Ottmarsbocholt hat – ist 39 Jahre alt und glückliche Mutter der Mädchen. Sie hat somit beide Geburtsformen erlebt. Ihr Fazit: „Die natürliche Geburt ist eine angenehme Erfahrung.“ Knapp drei Stunden lag sie in den Wehen, bevor Lucy um 6.46 Uhr ihren ersten Schrei tat. Im Vergleich zum Notfall-Kaiserschnitt beim ersten Kind habe sie ein anderes Zeitempfinden gehabt. Nach 20 Stunden wurde Fanny letztlich nach PDA (Rückenmarkspritze), Wehen und Wehenstopp geholt. Wenn sie heute die Entbindungen miteinander vergleicht, empfindet sie den Kaiserschnitt als unnatürlich.

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt? Das ist hier die Frage, die in den letzten Jahren immer wieder öffentlich diskutiert wurde. Durchschnittlich finden 34 Prozent der Entbindungen sowohl in Deutschland als auch in NRW als Kaiserschnittgeburten statt.

Dr. Rüdiger Langenberg ist Chefarzt der Frauenklinik am Clemenshospital mit einem Perinatalzentrum Level II für Frühgeborene. Er ist stolz auf sein Team von Hebammen und Ärzten mit reichlich Erfahrung und toller Leistung, wie er sagt. Und ebenso auf die Quote der Kaiserschnittgeburten im Clemenshospital, die niedriger sei als in jeder anderen Klinik der Stadt. „Bei 1262 Geburten in 2015 lag der prozentuale Anteil an Kaiserschnitten bei 24 Prozent“, informiert Langenberg.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Kaiserschnitt-Kinder später ein höheres Risiko haben, an Diabetes und Asthma zu erkranken oder Allergien zu bekommen. Dies lasse sich jedoch nicht verallgemeinern, schränkt Langenberg ein. So könne ein Baby Neurodermitis entwickeln, auch wenn es auf natürlichem Wege geboren wurde.

Oberstes Gebot im Clemens als auch in allen andern Kliniken in Münster ist die Sicherheit von Mutter und Kind. Bevorzugt werde der natürliche Geburtsvorgang. Jede Geburt verläuft individuell und bei mancher ist ein Kaiserschnitt unumgänglich. Doch auch bei einer Beckenendlage könne die Geburt normal erfolgen.

Auch am Franziskus-Hospital, das viele Risikoschwangerschaften betreut, sind die Ärzte bemüht, Kaiserschnitte nur durchzuführen, wenn es unumgänglich ist. 30 Prozent der Babys im Franziskus kamen im vergangenen Jahr per Kaiserschnitt zur Welt. Am Universitätsklinikum, ebenfalls spezialisiert auf Risikogeburten, liegt die Quote mit 34 Prozent im NRW-Durchschnitt.

Am Herz-Jesu-Krankenhaus in Hiltrup erblickten 24,8 Prozent der 2015 dort geborenen Kinder nach einem Kaiserschnitt das Licht der Welt.

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