Fr., 29.01.2016

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Kramermahl Streicheleinheiten der Landesmutter

Im Friedenssaal trug sich Ministerpräsidentin Kraft ins Goldene Buch der Stadt ein, eingerahmt von Oberbürgermeister Lewe (l.) und Matthias Lückertz.

Im Friedenssaal trug sich Ministerpräsidentin Kraft ins Goldene Buch der Stadt ein, eingerahmt von Oberbürgermeister Lewe (l.) und Matthias Lückertz. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Rund 350 hochkarätige Gäste kamen am Freitagabend beim Kramermahl des Vereins der Kaufmannschaft im Rathaus zusammen. Ehrengast war NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Von Klaus Baumeister, Ralf Repöhler

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist ein politischer Profi. Sie kennt die Befindlichkeiten in Westfalen. Und sie weiß auch, wie man lästige Verteilungsdebatten vermeidet.

Also stellte sie in ihrer Festrede anlässlich des diesjährigen Kramermahls am Freitagabend im Rathaus demonstrativ fest: „Pro Einwohner flossen in den vergangenen fünf Jahren gut 5100 Euro Landesmittel nach Westfalen-Lippe, das Rheinland erhielt 4900 Euro.“

Ja, als Ehrengast des Vereines der Kaufmannschaft zu Münster von 1835 war es ihr wichtig, den hohen Stellenwert dieser Stadt und der Region im Gefüge des Bindestrich-Landes Nordrhein-Westfalen zu betonen.

Einen klaren Schwerpunkt legte sie dabei auf Münster als Universitätsstadt. „Von 2010 bis 2020 investiert das Land 1,3 Milliarden Euro in Gebäude und Projekte der Hochschulen in Münster.“ Um den Eindruck zu vermeiden, es handele sich um bloße Wohltaten, fügte sie gleich hinzu: „Ich bin mir sicher: Das ist gut investiertes Geld. Wir stärken damit nicht nur Münster, sondern das Münsterland und ganz Westfalen.“

Noch so ein Thema, bei dem es ihr darauf ankam, Münsters Qualität herauszustreichen: Nach einem Bericht des Fraunhofer-Instituts „gehört Münster zu den zehn Top-Standorten der Software- und IT-Branche in Deutschland“.

Mit schnellem Internet für 75 Prozent aller Haushalte sei Nordrhein-Westfalen schon gut im Rennen, meinte Kraft. Doch für Münster packte sie noch was drauf: „Hier waren es Mitte 2015 sogar sehr gute 85,9 Prozent.“

Der Vorsitzende des Vereins der Kaufmannschaft, Matthias Lückertz, warb in seiner Tischrede für gute Rahmenbedingungen für den Handel. „Dazu gehören für die Unternehmen auch die steuerlichen Belastungen, die keinesfalls erhöht werden dürften“, betonte er auch an die Adresse der neuen schwarz-grünen Mehrheit im Rathaus. „Es gilt, in Kooperation auf Augenhöhe zu agieren und Partikular­interessen zurückzustellen“, gab Lückertz CDU und Grünen mit auf den Weg.

Der Handel in den Städten dürfe nicht zum Schaufenster des Online-Handels verkommen. Aktuelle Empfehlung zu Tempo 30 oder einer City-Maut sind aus Sicht der Kaufmannschaft nicht der richtige Weg. Städtische Mobilität sei Teil des Zukunftsprozesses der Stadt, betonte Lückertz.

Er rief aufgrund der hohen Flächennachfrage in A-Lagen dazu auf, Entwicklungspotenziale in B- und C-Lagen zu nutzen, damit Münster ein attraktiver Handelsstandort bleibt.

Dr. Benedikt Hüffer, erster stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Kaufmannschaft, wies bei der Begrüßung des Ehrengastes darauf hin, dass Kraft noch immer in ihrer Heimatstadt Mülheim an der Ruhr wohne: „Bodenständigkeit gibt es auch im Rheinland.“ Ein anderes Detail aus der Kraft-Vita sorgte für eifrige Gespräche und (vereinzelten) Applaus bei den Gästen: „Sie ist Fan von Borussia Mönchengladbach.“

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