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Mo., 01.02.2016

Benefizkonzert für Flüchtlingshilfen Bands rocken für guten Zweck

Tank Driver rockten in der Sputnikhalle für einen guten Zweck. Wie auch die anderen Bands des „Rock for Refugees“-Konzertes verzichteten die Musiker auf ein Honorar.

Tank Driver rockten in der Sputnikhalle für einen guten Zweck. Wie auch die anderen Bands des „Rock for Refugees“-Konzertes verzichteten die Musiker auf ein Honorar. Foto: heh

Münster - 

Rock-Fans bekamen in der Sputnikhalle nicht nur mehrere Band geboten. Die traten beim „Rock for Refugees“-Konzert auch noch ohne Gage auf – für einen guten Zweck.

Von Heike Eickhoff, Markus Kampmann

Sie brauchten einen Moment, um aufzutauen. Dann strahlten ihre Gesichter, und sie tanzten ein wenig schüchtern beim „Rock For Refugees“-Konzert zur Musik der Bands in der Sputnikhalle. Weil sie allesamt noch minderjährig sind, mussten die Jungen aus dem Irak, Syrien und Afghanistan die Veranstaltung jedoch pünktlich verlassen und mit ihren Betreuern zurück ins ehemalige Pfarrhaus der Trinitatisgemeinde am Straßburger Weg. Dort wohnen die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, betreut von Sozialarbeitern.

Die Bands auf der Bühne der Sputnikhalle spielten bei dem Benefizkonzert allesamt ohne Honorar. Der Erlös der Veranstaltung kommt münsterischen Flüchtlingshilfen- und Initiativen zugute. Vor Hunderten begeisterten Zuschauern zeigten sich die Bands von ihren Schokoladenseiten und rockten, was das Zeug hielt.

„Wir hoffen, heute Abend die Vierhundertergrenze bei den Zuschauerzahlen zu knacken, jetzt sind wir schon bei mehr als 340“, freute sich John Daly, der Veranstalter des Events, am frühen Abend. „Wir planen, bald einen Verein zu gründen und dann möglicherweise einmal im Jahr mit Rockmusik etwas Gutes für Flüchtlinge zu tun.“ Der Erlös soll Flüchtlingshilfen vor Ort zugute kommen.

Dass dieses Konzept ankam, bewiesen die strahlenden Augen der jungen Flüchtlinge und die Freude der vielen Zuschauer. Die solide Lichtshow, sehr guter Sound, Hunderte von freudigen Rockfans und echte Qualität auf der Bühne machten den Abend auch musikalisch zum Erfolg.

Die „Black Space Riders“ waren vielleicht der Höhepunkt. Ein kurzer Soundcheck, ein bisschen Trockeneisnebel auf die Bühne geblasen, damit die Lichter der Scheinwerfer hübsche bunte Nebel zaubern konnten, und los ging es. Saubere Sounds, virtuose Läufe und perfektes Zusammenspiel, wie man es von guten Musikern erwartet, begeisterten. Nicht zu laut, aber durchaus laut genug rockten die Männer eine knappe Stunde lang die Halle. Psychedelischer Hardrock sozusagen, saubere Gitarrenriffs und ein elegant wummernder Bass, getrieben vom Schlagzeug, dazu gekonnter Gesang. Die „Black Space Riders“ stehen schon lange auf Bühnen und haben viele Fans – zu Recht.

Vorher spielten „Tankdriver“ lockeren, flockigen Rock – das machte Spaß. „Terrorblade“ rockte die Sputnikhalle ebenfalls, auch „Scrotem“ und „Eiter“ – wer Hard-Rock macht, wählt gern einen urigen Namen für die Band – waren vertreten. „Not Men“ legten am Ende im Café eine unterhaltsame Bühnenshow zur herrlich punkigen Musik hin – Stagediving inklusive. Klasse!

Sehr zufrieden zeigte sich am Montag nach dem Konzert auch der Veranstalter: Er wertete das Konzert als „vollen Erfolg“. Nach Abzug der Kosten blieben voraussichtlich etwas über 2000 Euro übrig, teilte John Daly mit. Diese sollen dem „Nima’s e.V. – Verein zur Ausbildungsförderung“ sowie dem Verein „Wellcome Münster“ zufließen.



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