Di., 02.02.2016

Hotel- und Gaststättenverband zum AfD-Streit Sorgenfalten bei Münsters Wirten

Hotel- und Gaststättenverband zum AfD-Streit : Sorgenfalten bei Münsters Wirten

Die Polizei schirmte die vergangene Woche die Gastsätte "Kruse Baimken" vor Teilnehmern einer Demonstration gegen ein AFD-Treffen ab. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Nein, Münsters Gastronomie gerät nicht in Panik, einige Sorgenfalten haben sich aber eingeschlichen. So jedenfalls sieht es Renate Dölling vom Hotel- und Gaststättenverband in Münster. Aktueller Anlass sind AfD-Veranstaltungen.

Von Klaus Baumeister

Grund sind die hochkontroversen Debatten der vergangenen zwei Wochen über Gastronomiebetriebe, die der rechtspopulistischen AfD Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben beziehungsweise zur Verfügung stellen wollten – und plötzlich heftige Kritik einstecken mussten.

Die Gastronomie, so Dölling, sei von ihrem Wesen her „eine sehr offene und international ausgerichtete Branche“. Unterschiedlichste Gruppen, Parteien oder Unternehmen würden die entsprechenden Dienstleistungen in Anspruch nehmen, „ohne dass sich der Gastronom jeweils mit ihnen identifiziert“.

Meinung

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In der AfD-Debatte sei den Gastronomen aber de facto der Vorwurf gemacht worden, mit der Zurverfügungstellung eines Raumes auch gleich eine Sympathiebekundung getroffen zu haben. „Das ist abwegig.“

Dölling hält es für prinzipiell falsch, wenn öffentlich Druck auf das Vermietgeschäft von Gastronomiebetrieben ausgeübt werde. Sie kennt Fälle aus den neuen Bundesländern, in den Gastronomen aus Angst vor Rechtsradikalen an bestimmte Gruppen nicht vermieten.

Im Grundsatz ist es so, dass jeder Gastronom frei entscheiden darf, wem er Räume zur Verfügung stellt und wem nicht. „Er muss nicht einmal eine Begründung nennen.“ Komme es aber zu einem schriftlichen Mietvertrag, bestehe ein „Erfüllungsanspruch“. Nur im Falle höherer Gewalt könne ein Gastronom vom Vertrag zurücktreten, ohne Schadensersatz leisten zu müssen.

Generell gibt es laut Dölling beim Vermietgeschäft in Münster keine Probleme. Gleichwohl geht die Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes davon aus, dass die Wirte bei entsprechenden Nachfragen künftig genauer hinschauen, wer da kommen möchte. Politische Kontroversen, so ihr Appell, sollten nicht auf den Rücken von Gastronomen ausgetragen werden.

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