Di., 02.02.2016

"Max + ? = Montag" Ohne Proben ganz oben: Pohlmann als Überraschungsgast im Jovel

Bei "Stand by me" stehen sie ihm alle bei: Pohlmann im Jovel.

Bei "Stand by me" stehen sie ihm alle bei: Pohlmann im Jovel. Foto: Gunnar A. Pier

Münster - Klingt verrückt, ist aber so: Seine größten Momente verdankt die Konzertreihe "Max + ? = Montag" im Jovel dem Umstand, dass die Auftritte kaum geprobt werden. Wie Montagabend. Da war Ingo Pohlmann Überraschungsgast des Abends - der ein spektakuläres Finale fand . . .

Von Gunnar A. Pier

Zum fünften Mal hatte Max Buskohl, Sohn von Maffay-/Lindenberg-Gitarrist Carl Carlton und selbst hervorragender Singer/Songwriter, Weggefährten ins Jovel eingeladen. Stets spielt er erst selbst einige Songs, bevor er zwei vorab angekündigte Gäste und einen bis dahin geheimen Stargast zum lockeren Talk und auf ein paar Lieder auf die Bühne einlädt.

Am Montag stellte der erste Gast Lion O. King den Gastgeber, der sich mehr und mehr in seine Rolle als Conferencier hineinfindet, auf eine harte Probe. Eher wortkarg als eloquent ließ er den fragenden Buskohl auflaufen - doch der blieb souverän und spielte das offensichtliche Spiel lässig mit. Erst als Lion O. King mit der Gitarre ans Mirko schritt, strahlte er in den Raum. Und stellte gleich den nächsten Akteur auf eine Probe. Spontan rief er vor einem Song nach einem Schlagzeuger. Trommler Jens Beckmann, der im Backstage-Raum auf seinen Einsatz an Pohlmanns Seite wartete, stürmte also auf die Bühne - und trommelte mit, als sei das alles so geplant gewesen. Manchmal ist Musik so magisch.

Fotostrecke: Ingo Pohlmann beim Max-Buskohl-Konzert im Jovel

Lauter wurde es mit der zweiten Formation des Abends. Auch so komische Vögel: The Hoodoo Two, ein Trio. Auf dem Blues-Schema toben sich "die drei lustigen zwei", wie sie sich im Interview nannten, aus und bedienten sich allerlei anderer musikalischer Elemente. Punk und Rock und Wasweißich.

Spannend wurde es für die Zuschauer dann später am Abend. Wer wird diesmal der bis dahin geheime Stargast sein, nachdem schon Ina Paule Klink, Henning Wehland, Tony Carey und Dorkas Kiefer dabei waren? Gastgeber Max machte es nicht länger spannend: Diesmal hatte er Ingo Pohlmann eingeladen. Der Musiker, der inzwischen in Hamburg lebt, erzählte im Gespräch auf der Bühne von seiner Studenten-Zeit in Münster. Ein launiges Gespräch!

Dann legte der gebürtige Rheda-Wiedenbrücker, der mit "Wenn jetzt Sommer wär" seinen bisher größten Hit landete, los. Begleitet wurde er von einer Art Jovel-Hausband. Eine Stunde Probe am Nachmittag genügten für ein erstklassiges Set - inklusive großartiger Gitarrensoli von Kenan Özdemir. Vieles passierte auf Zuruf, und als Pohlmann ein Lied versehentlich in der falschen Tonart anspielte, stiegen seine Begleiter gleich richtig mit ein.

Max + ? = Montag

Das nächste Konzert der Reihe "Max + ? = Montag" findet statt am Montag, 7. März 2016, im Jovel. Beginn: 20 Uhr.

Fürs große Finale war eigentlich ein Song von David Bowie geplant. Doch als Pohlmann bereits auf der Bühne stand, plante Max Buskohl kurzerhand um. "Stand by me" sollte es sein, ein Standardstück - aber ungeprobt, unabgesprochen. Alle Musiker des Abends gesellten sich auf der Bühne dazu und improvisierten eine packende Version des Klassikers. Per Blickkontakt einigten sich die Akteure auf Soli, auf Gesangslinien und am Ende auf ein krachendes Ende. Das Publikum sprang begeistert von den Sitzen.

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