Di., 02.02.2016

Theater Odos zeigt „Ich lebe doch noch!“ Aus dem Leid in die Selbstbestimmung

„Ich lebe doch noch! mit (v. l.) Judith Suermann und Sarah Giese

„Ich lebe doch noch! mit (v. l.) Judith Suermann und Sarah Giese Foto: Heiko Ostendorf

Münster - 

Im neusten Stück „Ich lebe doch noch!“ von Theater Odos, das im Rahmen des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust im Kammertheater „Der Kleine Bühnenboden“ zum ersten Mal in Münster zu sehen sein wird, geht es um das Weiterleben nach der Befreiung aus dem KZ.

Durch Hanna rasen die Erinnerungen wie ein Wirbelsturm. Zwar ist das Konzentrationslager gerade befreit worden, in dem sie leben musste; doch für die junge Frau ist das Grauen noch lange nicht vorbei. Sie schaut starr nach vorne und hat nur einen Gedanken: Rache für ihre kleine Schwester. Allmählich schafft sie es, ihre KZ-Erfahrungen, die Deportation und auch ihre strenge Erziehung zu verarbeiten und ist sich schließlich sicher: „Man kann nach Auschwitz nicht einfach weitermachen wie zuvor.“

Im neusten Stück „Ich lebe doch noch!“ von Theater Odos, das im Rahmen des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust im Kammertheater „Der Kleine Bühnenboden“ zum ersten Mal in Münster zu sehen sein wird, ist Hanna mit einer ihr unbekannten Frau alleine. Als sie über ihre Kindheit, über ihre sieben Geschwister spricht, scheint sie fast wieder das kleine Mädchen aus Ungarn zu sein. Aber Hanna hat ihre gesamte Familie in Auschwitz verloren.

Dem Theaterstück liegen die Lebenserinnerungen von Hanna Mandel zugrunde. Der Münchener Theologe Norbert Reck hat monatelang die Holocaust-Überlebende interviewt und das Ergebnis in dem Buch „Beim Gehen entsteht der Weg – Gespräche über das Leben vor und nach Auschwitz“ veröffentlicht. Nun hat der münsterische Autor und Regisseur Heiko Ostendorf das Leben Mandels auf die Bühne gebracht: „Das Theaterstück ist mehr als eine Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis“, heißt es in einer Pressemitteilung

Mandels Geschichte endet nicht mit der Befreiung der Konzentrationslager. Im Gegenteil. Da fängt die Geschichte von Hanna Mandel erst an. Hanna erzählt, wie die schrecklichen Erlebnisse ihr weiteres Leben beeinflusst haben, und wie sie ihren Weg zurück ins Leben gefunden hat. „Nach und nach beginnt Hanna ihr Leben zu ändern. Sie hinterfragt die Religiosität ihres Mannes, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und führt schließlich ein selbstbestimmtes Leben“, erläutert Judith Suermann, die zusammen mit Sarah Giese auf der Bühne stehen wird.

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Aufführungen sind am Freitag und Samstag (5. und 6. Februar) jeweils um 20.30 Uhr im Bühnenboden, Schillerstraße 48a. Karten: ✆ 59 08 32 51 oder online:

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