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Di., 02.02.2016

Ausstellung „Auch wir sind Münster“ Schicksale, die nicht auf die Tränendrüse drücken sollen

Haben die Ausstellung organisiert (v.l.): Christine Kockmann-Surmann, Julia Georg, Jochen Kriegeskorte, Julia Brinke und Bernhard Paßlick.

Haben die Ausstellung organisiert (v.l.): Christine Kockmann-Surmann, Julia Georg, Jochen Kriegeskorte, Julia Brinke und Bernhard Paßlick. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Eine Ausstellung an der Radstation am Berliner Platz macht auf wohnungslose Menschen in Münster aufmerksam.

Von Martina Döbbe

Sie heißen Georg und Hans, Jochen, Markus und Bianca. Ihre Gesichter bleiben dem Betrachter verborgen – aber ihre Botschaft, die soll jeder lesen: „Auch wir sind Münster.“ Ganz unterschiedliche Lebenswege, ganz unterschiedliche Probleme – gemeinsam ist ihnen jedoch eins: Sie alle sind wohnungslos. So wie noch 700 weitere Menschen in Münster. Ihnen allen ist diese Ausstellung gewidmet. „Nicht, um auf die Tränendrüse zu drücken“, sagen die Organisatoren. Sondern, um das Stigma der Wohnungslosigkeit zu mildern, um deutlich zu machen, zu jedem persönlichen Steckbrief hinter Glas gehört ein Schicksal, das Aufmerksamkeit verdient. Es sind Bahnhofsmission, Caritasverband und Diakonie, die – nicht nur bei dieser Ausstellung – an einem Strang ziehen. Sondern alle im Rahmen ihrer verschiedenen Angebote im Bereich der Wohnungslosenhilfe aktiv sind, um Betroffene zu unterstützen.

Gerade deshalb, so betonen Christine Kockmann-Surmann (Bahnhofsmission), Bernhard Paßlick (Caritas) und Jochen Krieges­korte (Diakonie), habe man auch die Fahrradstation am Bahnhof als Ausstellungsort gewählt. Dort kreuzen sich vielfach die Wege von Wohnungslosen und der Öffentlichkeit, dort werden sie wahrgenommen. Und auch die Bahnhofsmission und die Träger der Wohnungslosenhilfe sind in dem Umfeld mit ihren Einrichtungen und Beratungsstellen präsent. Bis März sollen nun an den Glasfronten am Berliner Platz die Plakate Blicke von Passanten auf sich ziehen und dazu einladen, sich mit den Kurzgeschichten zu beschäftigen.

Es sind ganz verschiedene Gründe, weshalb Menschen den Boden unter den Füßen verlieren – und am Ende ohne Wohnung dastehen, erklärt Bernhard Paßlick. Verlust des Arbeitsplatzes, Tod des Partners, eine schwere Krankheit – all das führe Menschen bis an den Rand der Gesellschaft. Wohnungslose, das wissen Mitarbeiter der Anlaufstellen, haben keine große Lobby. Die Ausstellung könne da vielleicht Abhilfe schaffen – und zum Umdenken anregen.



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