Mi., 10.02.2016

Indro-Jahresdokumentation 2015 vorgelegt Drogensüchtige häufiger in Not

Der Drogenkonsumraum des Indro-Vereins wurde im vergangenen Jahr häufiger aufgesucht als zuvor.

Der Drogenkonsumraum des Indro-Vereins wurde im vergangenen Jahr häufiger aufgesucht als zuvor. Foto: Indro e.V.

Münster - 

Es werden wieder mehr Drogen konsumiert im Raum des Drogenhilfevereins Indro. Das zeigt die Jahresbilanz 2015.

Die Jahresdokumentation 2015 des Drogenhilfevereins Indro e.V. zeigt wieder eine Zunahme der Konsumvorgänge im Drogenkonsumraum. Insbesondere in den Wintermonaten erfolgte eine verstärkte Nutzung des Konsumraums, heißt es in einer Pressemitteilung.

Insgesamt wurden in dem Raum im vergangenen Jahr 12 839 Konsumvorgänge registriert. 2014 waren es 11 903. Die Betreuungsleistungen und Beratungsgespräche nehmen darüber hinaus weiterhin zu. Der Trend, dass immer mehr ältere Drogenabhängige den Konsumraum und auch die begleitenden niedrigschwelligen Hilfen nutzen, werde durch die Auswertung der Jahresdaten bestätigt. 2015 dominiere erstmals die Altersgruppe der über 36-Jährigen Drogenabhängigen, heißt es.

Ferner bestätige sich auch der Trend in Richtung risikoärmerer Gebrauchsformen: Der inhalative Gebrauch der Substanzen nehme kontinuierlich zu. „Dies ist auch ein Erfolg unserer jahrelangen Bemühungen, den inhalativen Gebrauch zu fördern. Vorteile eines nicht intravenösen Gebrauchs sind: keine Gefahr einer Überdosierung, bei Nutzung des eigenen Röhrchens keine Gefahr einer Aids- oder Hepatitis-C-Infektion sowie keine Abszessbildungen durch Spritzen unreiner Zusatzstoffe und Bakterien“, so der Leiter von Indro, Dr. Wolfgang Schneider.

Jedoch sei auch eine Zunahme des risikoreichen Mischkonsums von Heroin, häufig auch Kokain, Schwarzmarktmethadon, Pillen (insbesondere Benzodiazepine) und auch Alkohol feststellbar. Amphetaminkonsum finde im Konsumraum kaum statt, Methamphetamin sei bisher nicht aufgetaucht.

Weiterhin gab es im Jahr 2015 auch wieder vermehrt Drogennotfallsituationen. Insgesamt wurden 41 Drogennotfälle (2014: 30) aufgrund von Heroinüberdosierungen und/oder riskantem Mischkonsums vor Ort durch das medizinisch ausgebildete Personal des Indro erfolgreich behandelt. 13 schwere Drogennotfälle erforderten hierbei einen Notarzteinsatz, acht Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Ein Zehnjahresvergleich zeigt jedoch, dass seit 2010 die Drogennotfälle kontinuierlich sinken.

Der Jahresbericht kann bei Indro ( ✆  02 51/601 23) angefordert werden. 

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