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Mo., 15.02.2016

Antikmesse Antiquitäten für alle

Zeigte die Evolution der Uhr vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Uhrmachermeister Albert Jan Kloezmann vom Juwelier Oeding-Erdel.

Zeigte die Evolution der Uhr vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Uhrmachermeister Albert Jan Kloezmann vom Juwelier Oeding-Erdel. Foto: was

Münster - 

Sammler antiker Uhren kamen bei der Messe „Art & Antik“ in der Halle Münsterland auf ihre Kosten.  Möbel, Schmuck, Silber und Porzellan fanden während der mehrtägigen Veranstaltung viele Liebhaber.

Von Annette Waschbüsch

Nichts ist für die Ewigkeit, da kann es noch so kostbar sein. Doch manch ein Ding widersteht dem Zahn der Zeit – und zieht irgendwann Sammler und Liebhaber in seinen Bann. 7000 Besucher kamen bei der Messe „Art & Antik“ auf ihre Kosten, die am Sonntag in der Halle Münsterland zu Ende ging.

Der Besitzer dieser Wanduhr war sicher am Puls der Zeit, als er vor gut 220 Jahren das schmucke Teil mit den goldenen Verzierungen erwarb. Denn das 20 Kilo schwere Stück hat es in sich, wie der münsterische Uhrenhändler Hans Oskar Dötsch erklärt: „Das ist eine Hackbrettuhr“, sagt der Experte für antike Zeitmesser. „Innen ist ein Brett mit 16 Saiten, die von Hämmerchen geschlagen werden.“ Wie ein Hackbrett eben, jenes Instrument, das bis heute auch der alpenländischen Musik ihren besonderen Klang gibt. Mit ein paar Handgriffen bringt Dötsch den Mechanismus in Gang. Es schnarrt und klackt ein bisschen – dann erklingt eine Melodie. „Das macht die Uhr immer zur vollen Stunde“, sagt Dötsch.

Sechs Melodien habe sie im Repertoire. Einige Tausend Euro ist man los, will man ein ausgefallenes Stück wie Dötschs Uhr fürs heimische Wohnzimmer haben. Doch Liebhaber fänden sich in allen möglichen Kreisen, so der Händler. „Wir hatten auch schon einen jungen Kfz-Mechaniker, der unbedingt eine ganz bestimmte Uhr haben wollte.“ Der habe sie sich dann eben zusammengespart. Kunst und alte Dinge, Möbel, Schmuck, Silber und Porzellan – all das liebt auch Lisa Bönning. Und damit sei sie unter ihren Altersgenossen auch keine Ausnahme, wie die Studentin erzählt. „Ich glaube schon, dass Antiquitäten im Trend liegen“, so die 24-Jährige. „Das sieht man ja schon, wenn man in Möbelhäusern guckt und die ganzen Sachen sieht, die auf antik gemacht sind.“ Kaufen werde sie auf der Messe allerdings wohl nichts. „Da ist wahrscheinlich nichts für den schmalen Geldbeutel dabei.“

Ein Schnäppchen sind die Werke, die am Stand der münsterschen Galerie Ostendorf ausgestellt sind, sicher nicht – aber in Zeiten niedriger Zinsen eine gefragte Geldanlage, wie Geschäftsführer Andreas Gattinger sagt. So sei ein Blatt des Zero-Künstlers Günther Uecker noch vor 15 Jahren ab 3000 Euro zu haben gewesen. Heute kostet ein solches Werk mindestens 25 000 Euro. „Das Angebot ist begrenzt, die Nachfrage riesig“, so der Kunsthändler. Je seltener, desto teurer – das gilt auch für das exquisite Glanzstück der Messe: Die Tischuhr in Form eines grün-schimmernden Drachen aus dem Hause Parmigiani, die bei der Sonderschau des münsterischen Juweliers Oeding-Erdel zu sehen war. Das Stück durfte man für 3,5 Millionen Euro mit nach Hause nehmen.

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