Mi., 17.02.2016

Tiefbauamt schlägt Alarm Zu wenig Geld für den Straßenerhalt

Ab 2017 wird die „Spinne“ am Knotenpunkt Weseler Straße / Autobahnzubringer zur Großbaustelle. In diesem Jahr wird ein neues Regenrückhaltebecken gebaut. Die Sanierung der Brücke lässt derweil auf sich warten.

Ab 2017 wird die „Spinne“ am Knotenpunkt Weseler Straße / Autobahnzubringer zur Großbaustelle. In diesem Jahr wird ein neues Regenrückhaltebecken gebaut. Die Sanierung der Brücke lässt derweil auf sich warten. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Das Tiefbauamt der Stadt Münster schlägt Alarm. Es hat zu wenig Geld für Straßensanierungen. Dabei ist absehbar, dass auf das Amt eine Mammutaufgabe zukommt.

Von Klaus Baumeister

In den Jahren 1958 bis 1978 wurde in Münster gebaut wie verrückt. Sprich: Die öffentliche Infrastruktur wuchs dramatisch. Unterstellt man, dass Straßen und Abwasserkanäle im Durchschnitt eine Lebensdauer von rund 70 Jahren haben, dann müsste sich Münster in den Jahren 2028 bis 2048 in eine einzige Baustelle verwandeln.

Das aber ist weder finanziell noch organisatorisch machbar. Deswegen ist das städtische Tiefbauamt in ein Thema eingestiegen, das man mit Fug und Recht als Generationenprojekt bezeichnen kann. Der sperrige Titel: „Verkehrsinfrastrukturbericht“.

Den stellte am Dienstag der Abteilungsleiter Alexander Buttgereit bei einem Pressegespräch vor. Nach seinen Berechnungen müsste die Stadt ab sofort pro Jahr elf Millionen Euro investieren, ab 2018 dann 13 Millionen pro Jahr, ab 2028 dann 57 Millionen und ab 2037 dauerhaft 46 Millionen Euro. Hinzu kämen Mittel zur Durchführung laufender Unterhaltungsmaßnahmen in Höhe von jährlich neun Millionen Euro.

Zum Vergleich: Bei den Investitionsmitteln erreicht Münster aktuell nicht einmal die besagten elf Millionen Euro, bei den laufenden Mittel wird auch der Wert von neun Millionen unterschritten.

Buttgereit und der Tiefbauamtsleiter Michael Grimm sehen es deshalb als ihre Aufgabe an, die in Münster tätigen Kommunalpolitiker über die absehbare Mammutaufgabe zu informieren. Denn zum Spezifikum einer Straße gehöre es, dass sie nicht gleichmäßig altere. Grimm: „Es gibt viele Straßen, an denen man 50 Jahre lang nichts machen muss – und dann geht sie innerhalb weniger Jahre kaputt.“

Bei den Pressegespräch gab das Tiefbauamt auch die Großbaustellen bekannt, die in diesem Jahr in Angriff genommen werden sollen. Hier eine Übersicht:

► Im Hagenfeld (neuer Kanal und neue Straße)

► Kanalstraße zwischen Ring und Nevinghoff (Bauarbeiten im Zusammenhang mit besserem Hochwasserschutz)

► Kreuzung Meesenstiege  / Amelsbürener Straße (Bau eines neuen Kreisverkehr)

► Piusallee zwischen Ring und Bohlweg

► Canisiusgraben im Bereich der Mecklenbecker Straße (ebenfalls Hochwasserschutz).

Ausbau der "Spinne"

2016 laufen die Arbeiten für den Ausbau der „Spinne“ (Knotenpunkt Weseler Straße / Autobahnzubringer) an. Konkret geht es um ein Regenrückhaltebecken. Die verkehrlichen Auswirkungen halten sich laut Stadt in Grenzen. Anders als im Jahr 2017, wenn der Straßenbau beginnt. Für den nur einspurig befahrbaren Überwurf ist nicht die Stadt, sondern das Land zuständig.

Darüber hinaus betreut das Tiefbauamt neun laufende Baustellen: Mauritz-Ost, Burchardstraße, Oberschlesierstraße, Siemensstraße, Amelsbürener Straße, Grevener Straße, Angelbrücke in Wolbeck und Wolbecker Straße in Höhe der Kanalbrücke (Maßnahme im Zuge des Kanalausbaus).



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