Mi., 17.02.2016

5000-Euro-Grenze Handel ist gegen die Einführung eines Bargeld-Limits

Wie lange die 500-Euro-Scheine noch im Zahlungsverkehr sind, ist noch ungewiss.

Wie lange die 500-Euro-Scheine noch im Zahlungsverkehr sind, ist noch ungewiss. Foto: dpa/Patrick Seeger

Münster - 

Der Handel ist gegen die Einführung eines Bargeld-Limits. Immer noch werden zahlreiche Geschäfte unter anderem im Kraftfahrzeuggewerbe bar bezahlt.

Von Gabriele Hillmoth

Barzahlungen sollten künftig auf 5000 Euro begrenzt werden. Darauf drängt die Bundesregierung, weil sie sich davon verspricht, dass unter anderem die Schwarzarbeit eingedämmt werden könnte. Der Handel in Münster sieht ein Bargeld-Limit aus einem anderen Blickwinkel. Auch die Abschaffung von 500-Euro-Scheinen findet keinen Beifall. „Bargeld ist ein Zahlungsmittel, das darf man nicht vergessen“, sagt der Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Münster, Rainer Ahlers.

Es gebe immer noch genügend Sparer, die sich Geld für einen Autokauf weglegen würden. „Das kommt nicht selten vor“, betont Ahlers. Vor allem gebrauchte Fahrzeuge, die zwischen 5000 und 6000 Euro kosten, würden oft bar bezahlt. „Nur Bares ist Wahres“, so der Obermeister der Kfz-Innung.

Er wisse nicht, kritisiert Rainer Ahlers, wer auf die Idee gekommen sei, auch die 500 Euro-Scheine aus dem Verkehr zu nehmen. Der Kfz-Händler bezweifelt, dass mit derlei Maßnahmen die Schwarzarbeit in den Griff zu bekommen sei. Bei ihm sei noch niemand mit einem Koffer voller Geld aufgetaucht, um ein Auto zu bezahlen. Trotzdem würde gerade in der Kfz-Branche noch viel mit Bargeld bezahlt. Schon aus dem Grunde, dass der Kunde meint, dann eher handeln zu können. „Wir leben in einer Schnäppchenwelt, da will ein Kunde noch den letzten Tropfen herausholen“, so Rainer Ahlers.

Im Media-Markt in Münster sind derlei große Bargeld-Summen dagegen nicht so das Thema, sagt der Geschäftsführer. In dem Elek­tronik-Markt zahlten Kunden zwar auch mit Bargeld, größere Summen würden aber mit EC- oder mit Kreditkarten beglichen. „Das ist für uns tägliches Geschäft“, sagt Andreas Nienhaus. Gegen Falschgeld beugt der Media-Markt mit der Kontrolle von Geldscheinen bei jedem Verkauf vor. „Diese Geräte sind auf dem neuesten Stand“, fügt Nienhaus hinzu.

Die 500-Euro-Scheine seien ihm die liebsten Geldscheine, sagt Josef Liesner. Der Inhaber des Einrichtungshauses Ventana sieht die Abschaffung des Bargeld-Limits und der 500-Euro-Scheine sehr kritisch. Würde die Bargeldgrenze fallen, dann finden spontane Möbelkäufe und auch der ein oder andere Kauf mit Bargeld nicht mehr statt, befürchtet der Einrichter aus der Innenstadt. Wenn es nach ihm gehen würde, so Liesner, dann könnten die Ein-oder Zwei-Cent-Münzen abgeschafft beziehungsweise die Beträge auf- oder abgerundet werden. Liesner berichtet aus der Praxis in seinem Geschäft, dass Kunden durchaus auch bei stationären Käufen immer noch Geldscheine auf die Theke blättern würden. Dabei sei es viel angenehmer, so Liesner, wenn bei einem Sofakauf von 5000 Euro mit zehn 500-Euro-Scheinen bezahlt würde, als mit 50 100-Euro-Scheinen.

Karin Eksen vom Einzelhandelsverband betont, dass es immer noch den Kunden gebe, der seine Einkäufe zu höheren Preisen mit Bargeld bezahlen würde. „Aber nicht jeder, der bar bezahlt, ist gleich in eine kriminelle Ecke zu stellen“, sagt die Geschäftsführerin. Vor allem im Schmuckbereich, beim Möbelkauf oder bei hochwertiger Technik sei ein Bareinkauf noch üblich.

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