Fr., 19.02.2016

Kein Paul-Gerhardt-Quartier an der Erlöserkirche Abschied von der „Evangelischen Insel“

Tanja und Christian Kuckert freuten sich 2014 über den ersten Preis. Doch die Kirche macht einen Rückzieher.

Tanja und Christian Kuckert freuten sich 2014 über den ersten Preis. Doch die Kirche macht einen Rückzieher. Foto: ohw

Münster - 

Die Erlöserkirchengemeinde nimmt Abschied von dem Plan, an der Eisenbahnstraße im Herzen der Stadt ein neues Quartier zu schaffen.

Von Klaus Baumeister

Ein ambitioniertes kirchliches Bauvorhaben in zentraler Lage ist gescheitert. Die evangelische Erlöserkirchengemeinde gab am Freitag bekannt, dass sie „die Entwicklung des Paul-Gerhardt-Quartiers nicht weiter fortführen“ möchte.

Details wollen Superintendentin Meike Friedrich, der Projektleiter Ulrich Grywatz und Presbyter Martin Schofer am Dienstag bei einem Pressegespräch erläutern.

Die Absage kommt nicht überraschend, da es bereits seit über einem Jahr sehr ruhig um das Paul-Gerhardt-Quartier geworden ist, in interessierten Kreisen auch „Evangelische Insel“ genannt.

Das Projekt wurde auch bei der Stadt Münster nicht zuletzt deshalb sehr hoch aufgehängt, weil sich mit dem Bauvorhaben die Chance geboten hätte, das gesamte Areal rund um die Erlöserkirche neu zu ordnen.

Mit einem Abriss des alten Paul-Gerhardt-Hauses und dessen Verlagerung wäre es möglich geworden, die Eisenbahnstraße zu verbreitern und im Gegenzug die Friedrichstraße für den öffentlichen Verkehr zu sperren. Mit dem Stopp der Pläne stellt sich auch die Frage neu, wie die evangelische Kirche künftig mit dem stark sanierungsbedürftigen Paul-Gerhardt-Haus umgeht. Dessen geplanter Abriss hatte die ganze Planung überhaupt erst in Gang gesetzt.

Laut Projektleiter Grywatz gibt es auch hierzu neue Überlegungen, die in der kommende Woche präsentiert werden. Das Paul-Gerhardt-Haus beherbergt unter einem Dach die Räume der Erlöserkirchengemeinde, eine Familienbildungsstätte und ein Jugendzentrum.

Die „evangelische Insel“ war vor zwei Jahren sogar Gegenstand eines Architektenwettbewerbs, aus dem das Architektenduo Kuckert und Greive als Sieger hervorging. Das Konzept sah vor, das neue Paul-Gerhardt-Haus auf dem städtischen Parkplatz an der Ecke Eisenbahnstraße/Wolbecker Straße zu errichten und auf dem Gelände des alten Paul-Gerhardt-Hauses neue Büro- und Dienstleistungsgebäude zu errichten, etwa für soziale Träger.

Schon damals drückte der Pfarrer der Gemeinde, Thomas Thilo, auf die Euphoriebremse: „Es fehlt noch eine Menge Geld.“

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